Montag, 30. März 2015

[REZENSION] Der Thron von Melengar


Letzte Woche erschien mit "Der Aufstieg Nyphrons" der dritte Band von Michael J. Sullivans Riyria-Reihe. Damit folgt Klett-Cotta der ursprünglichen Einteilung, die Michael J. Sullivan bei der Veröffentlichung der 6-bändigen Reihe im Selbstverlag verwendete. Für mich ein guter Zeitpunkt einen Blick auf den Beginn der Reihe zu werfen.

"Der Thron von Melengar" ist der erste Band der High Fantasy Reihe. Im Mittelpunkt steht der Diebesbund Riyria. Dieser hat im Wesentlichen zwei Mitglieder: Hadrian und Royce. Während ersterer eher ein kampfstarke Schwertkämpfer ist, ist letzterer eher ein Schlösser knackender Schurke. Kaum, dass die Leser die Protagonisten kennen gelernt haben, geraten die beiden auch schon in massive Schwierigkeiten: Man versucht ihnen den Mord am König von Melengar in die Schuhe zu schieben. Doch genau so schnell, wie die Probleme auftauchen, taucht auch der erste auf, der sagt, ihnen helfen zu wollen und ehe die beiden sich versehen können, befinden sie sich im Zentrum einer Verschwörung um den Thron von Melengar.

Was hat mir gut gefallen?


Obwohl das Buch mit seinen knapp 380 Seiten zu den kürzeren Fantasywerken gehört, schildert der Autor eine detailreiche und glaubhafte Fantasywelt. Im Zentrum steht die menschliche Gesellschaft. Diese ist gut durchdacht. Alleine in Melengar gibt es drei verschiedene politische Strömungen. Auch die anderen klassischen Fantasyrassen - Elfen, Zwerge, Goblins - fehlen nicht. Über Zwerge und Goblins erfährt man nur wenig aber das, was man über die Elfen erfährt ist wenig klischeehaft. Der Plot ist spannend und bietet mehr als eine unerwartete Wendung. Gut gefallen haben mir auch die humorvolleren Momente.

Was hat mir weniger gut gefallen?


Im Prinzip gibt es nichts, das mir nicht gefallen hat. Die Erwähnung der klassischen Fantasyrassen hat mir kurzfristig Sorgen bereitet, da ich fürchtete, die Geschichte könnte sich in eine eher klischeehafte Richtung entwickeln. Dem ist aber nicht so. Wenn ich überhaupt etwas zu bemängeln habe, dann dass die Hauptcharaktere ein wenig mehr Tiefe vertragen könnten.

Wird das Buch dem Klappentext gerecht?


Auch wenn die Antwort auf diese Frage nichts über die Qualität des Buchs aussagt, finde ich die Frage doch immer interessant. Der Klappentext beginnt mit folgendem Zitat:

"Wenn dir 'Game of Thrones' von George R. R. Martin gefällt, dann lies Michael J. Sullivan."
(Reader's Connection)

Diesen Vergleich kann ich nicht nachvollziehen. Ja, beides ist Fantasy und in beiden Fällen spielt Politik eine Rolle aber das war es dann auch schon an Gemeinsamkeiten. Während Martin eine hoch komplexe Welt mit einer Vielzahl von Protagonisten füllt, schildert Sullivan die Abenteuergeschichte seiner zwei "Helden". Das ist nicht besser und nicht schlechter aber eine ganz andere Art von Buch. Mir gefällt in der Tat beides aber einen direkten Zusammenhang sehe ich da nicht.

Fazit


Mich hat "Der Thron von Melengar" sehr gut unterhalten. Das Buch bietet eine Abenteuergeschichte, die im großen Ganzen auch in einer unmagischen Welt spielen könnte. Dazu kommen wohl dosierte Fantasyelemente, die das ganze noch interessanter machen und die viele Möglichkeiten für die weiteren Bände bieten.

Wertung: 4,5/5 Sternen

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