Sonntag, 29. März 2015

[REZENSION] Fortunately, the Milk


"Fortunately, the Milk" - auf Deutsch erschienen als "Die verrückte Ballonfahrt in Professor Stegos Total-locker-in-in-der-Zeit-Herumreisemaschine" im Arena Verlag - ist ein Kinderbuch von Neil Gaiman mit Illustrationen von Chris Riddell. Wem Neil Gaiman ein Begriff ist, der wird sich vielleicht fragen, ob das Buch wirklich nur ein Kinderbuch ist. Werfen wir also einen etwas genaueren Blick auf das Buch.


Wer ist eigentlich dieser Neil Gaiman?


Er selbst beantwortet diese Frage so:

"Neil Gaiman ist ein weißer, männlicher Autor mit unordentlichen Haaren gefangen im Körper eines identischen weißen, männlichen Autors mit vielleicht noch weniger ordentlichem Haar. Seine Bücher und Comics haben viele Preise gewonnen. Er dankt ihnen für ihr Angebot eines Kamms aber er glaubt nicht, dass er ihm gut tun würde. Obwohl er Engländer ist, lebt er mehr im Amerika als irgendwo sonst auf der Welt, und er ist im Augenblick irgendwo in seinen Mittvierzigern."
(aus dem Vorwort zu Anansi Boys, 2005, übersetzt von mir)


Neil Gaiman, April 2013

Seine bekanntesten Werke sind aus meiner Sicht "Neverwhere", "Stardust", "American Gods" und die Comicreihe "Sandman". Auf deutsch erschien zuletzt sein Roman "Der Ozean am Ende der Straße".

Alle seine Werke lassen sich dem Bereich der Phantastik zuordnen, da er immer eine in irgend einer Weise magische Welt präsentiert. Dabei folgt er nie irgendwelchen Klischees sondern bietet seinen Lesern immer etwas Neues. 

Darüber schreibt Gaiman auch Drehbücher. Unter anderem hat er auch schon Episoden für die Kult-SciFi-Serie "Doctor Who" geschrieben.


Worum geht es in diesem Buch?


Wie uns bereits der Klappentext verrät, ist die Geschichte eigentlich ganz langweilig. Der Vater ist für ein paar Tage mit den Kindern allein und als eines Morgens keine Milch im Haus ist, geht er welche kaufen. Das ist alles. Mehr passiert nicht. 


Ist das wirklich alles, was in diesem Buch passiert?


Ja, das ist alles, was passiert. Allerdings erzählt der Vater bei seiner Rückkehr auch noch, was er in der Zwischenzeit, also auf dem Rückweg vom Milchkaufen, angeblich so alles erlebt hat. Er erzählt von Außerirdischen, Zeitreisen, sprechenden Dinos, Vampire, Piraten und auch von bunten Ponys. 


Was ist mit den Zeichnungen?


Die Zeichnungen stammen von Chris Riddell. Dieser ist Illustrator, Zeichner von politischen Cartoons und gelegentlich auch selbst Kinderbuchautor. Auch er wurde mehrfach für sein Werk ausgezeichnet. 
In "Fortunately, the Milk" findet man auf fast jeder Doppelseite eine Zeichnung. Die schwarz-weiß Zeichnungen sind witzig und detailliert. Sehr gelungen ist insbesondere die Darstellung des Vater, der nicht wenig an Neil Gaiman erinnert.

(Es gibt auch noch eine amerikanische Ausgabe die andere Illustrationen - von Skottie Young - verwendet.)


Meine Meinung zum Buch


Mir hat "Fortunately, the Milk" sehr gut gefallen. Die Geschichte ist herrlich abgedreht und unterhaltsam. Mittlerweile sind viele Geeks und Nerd in dem richtigen Alter um Kinder zu haben, die mit geekigen Themen wie Zeitreisen groß werden und Piraten und Dinos mag ja eh jedes Kind. Aus meiner Sicht ein tolles Buch zum Vorlesen aber auch zum Selbstlesen für junge (Erst-)Leser. Ich denke ich werde dieses Buch in Zukunft häufiger verschenken - für die Kinder dann aber natürlich in der deutschen Fassung.

Wertung: 5/5 Sternen

(Das Bild von Neil Gaiman stammt von Kyle Cassidy und wird unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA 3.0 verwendet.)

Kommentare:

  1. Oh, dass glaub' ich gern! Der Autor soll ja der reinste Knaller sein,hab' auch noch ein Buch von ihm hier liegen. Die Zeichnung erinnert mich an Sherlock/Doctor Who so thematisch inklusive Zeitreisen und bisschen verschroben sowie abgedreht sein. Ich glaub' das sollt ich mir mal merken!
    Grüße deine Key von den Lesekatzen

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  2. Ja, Gaiman ist genial. Mein Favorit von ihm ist "Neverwhere". Eins der wenigen Bücher, die ich schon mehrfach gelesen habe.

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    1. na, ich werd' mir mal 'Interworld' geben zum Einstieg mit dem Autor. Und wenn das dann noch nicht reicht, dann werd' ich mal "Neverwhere" beherzigen. Empfehlung auf Deutsch oder lieber in Englisch?

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    2. Ich habe alles von Gaiman im Original gelesen. Zur Übersetzung kann ich nichts sagen.

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