Mittwoch, 25. März 2015

[REZENSION] Fragen Sie Erkül Bwaroo!


"Fragen Sie Erkül Bwaroo!" ist der dritte Band einer phantastischen Detektivreihe von Ruth M. Fuchs. Im Mittelpunkt steht der elfische Detektiv Erkül Bwaroo. Agatha Christie Fans werden bei diesem Namen zwangsläufig an Hercule Poirot denken müssen und das ist auch durchaus beabsichtigt, da die Reihe als Hommage an Agatha Christie konzipiert ist.

Dieser Band enthält sieben Geschichten. Vier davon sind mehr oder weniger eng an Märchen angelehnt, eine relativ direkt an eine Agatha Christie Erzählung, eine an ein altes Kinderbuch und eine an ein altes Gedicht.

Die Kriminalfälle sind alle gut konzipiert und logisch. Insbesondere die Geschichte "Ein unmöglicher Mord", in der es um ein klassisches "locked room mystery" (einen Mord in einem verschlossenen Zimmer) geht, möchte ich in diesem Zusammenhang lobend erwähnen. Hier werden dem Leser alle Fakten präsentiert, mit denen er den Fall selbst lösen könnte, aber auf eine Art und Weise, dass es ihm wahrscheinlich nicht vor der Auflösung gelingt. In den anderen Geschichten gelingt dies mal mehr und mal weniger gut.

Grundsätzlich funktioniert der Mix aus Märchen und klassischem Krimi ziemlich gut. So erzählt zum Beispiel die erste Geschichte das Märchen vom Rotkäppchen aus der Sicht des Detektives, der hinterfragt, ob der Wolf tatsächlich der Mörder war. In anderen Geschichten macht der Mix allerdings nur wenig Sinn. In der schon erwähnten Erzählung "Ein unmöglicher Mord" sind die Handelnden teils Elfen (der Detektiv) und teils Zwerge. Leider ist das für die Geschichte aber völlig ohne Belang, da sich alle wie ganz gewöhnliche Menschen verhalten. Insbesondere fragt man sich immer wieder, warum Bwaroo ein Elf ist. Abgesehen davon, dass er einmal zwischen unserer Welt und der Märchen-Parallelwelt wechselt, spielt dieses Detail nämlich an keiner Stelle eine Rolle.

Die sprachliche Qualität bleibt leider deutlich hinter der inhaltlichen zurück. Einfach gesagt, ist das Buch komplett in Umgangssprache verfasst. Viele Regeln der Schriftsprache (Satzbau, Zeichensetzung,...) werden regelmäßig ignoriert.

Abschließend möchte ich noch kurz darauf eingehen, ob das Buch die Erwartungen erfüllt, die der Klappentext weckt. Der Klappentext verspricht "eine humorvolle Hommage an die Kriminalautorin Agatha Christie und ihren berühmten belgischen Detektiv". Ich bin kein großer Agatha Christie Kenner, habe aber durchaus den Eindruck gewonnen, dass das Buch eine gelungene Hommage ist. Als besonders humorvoll habe ich das Buch allerdings nicht empfunden.

Fazit: Alles in allem ein Buch, dass man durchaus lesen kann, wenn man klassische Krimis und Märchen bzw. Phantastik im allgemeinen mag.

Wertung: 3/5 Sternen


Vielen Dank an Lovelybooks für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

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