Samstag, 11. April 2015

[REZENSION] Der Aufstieg Nyphrons


Gerade einmal einen Tag nach der Rezension zum zweiten Band kann ich euch schon die zum dritten Band präsentieren.

"Der Aufstieg Nyphrons" ist der dritte Band von Michael J. Sullivans sechsbändiger Riyria-Reihe. Die Bände sind in mehr oder weniger in sich abgeschlossen, erzählen aber eine fortlaufende Geschichte. Von daher setze ich im Folgenden die ersten beiden Bände als bekannt voraus oder anders gesagt: Der folgende Text enthält kleinere Spoiler in Bezug auf die vorhergehenden Bände.

Worum geht es? 

Die Ereignisse des zweiten Bandes hatten dazu geführt, dass die Kräfte, die ein neues Imperium wollen, allen voran die Kirche Nyphrons, eine Marionette gefunden haben, die sie als Nachkommin des letzten Imperators ausgeben können. Jetzt, fast ein Jahr später ist das Neue Imperium Realität. Alle Königreiche Avryns sind jetzt in einem Imperium vereint. Alle Königreiche? Nein, Melengar leistet dem Imperium noch Widerstand. Als es nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, dass das Neue Imperium auch Melengar schluckt, beschließt Prinzessin Arista auf eigene Faust loszuziehen, um die Feinde des Imperiums zu einen. Insbesondere strebt sie ein Bündnis mit den Nationalisten um Degan Gaunt an. Zu ihrem Schutz heuert sie den (ehemaligen) Diebesbund Riyria an. Dieser besteht aus dem Schwertkämpfer Hadrian und dem Dieb Royce, die mittlerweile als Agenten Melengars tätig sind.

Was hat mir gut gefallen?

In meinen Rezensionen zu den ersten beiden Bänden hatte ich gelobt, wie der Autor die Abenteuergeschichte der beiden Protagonisten (Hadrian und Royce) mit einer politischen Hintergrundgeschichte verbindet. Jetzt sind die beiden endgültig ein wesentlicher Teil der politischen Geschichte. Diese ist gut durchdacht. Es gibt Intrigen innerhalb von Intrigen, so dass man sich zu keiner Zeit sicher sein kann, alle durchschaut zu haben.
Auch gefällt mir gut, dass die Action-Szenen eher knapp abgehandelt werden, wodurch mehr Platz bleibt die Geschichte zu entwickeln.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Diesmal habe ich tatsächlich einen echten Kritikpunkt. Das Neue Imperium erinnert mich ein wenig an das Imperium aus Star Wars. Damit will ich vor allem sagen, dass es mir einfach zu böse ist. Anfangs (also in den ersten beiden Bänden) hat man noch den Eindruck, dass auch die Imperialisten eine nachvollziehbare Motivation für ihr Handeln haben. Jetzt kann ich bei den führenden Köpfen des Imperiums nur noch Machtgier erkennen.
Auch gibt es im Laufe der Geschichte die eine oder andere brenzelige Situation, die mir zu plump und einfach gelöst wird.

Wird das Buch dem Klappentext gerecht?

Zum einen wird im Klappentext das Urteil des Blogs fantasy book critic wiedergegeben. Dieses lautet: "Eines der besten klassischen Fantasy-Epen, die gegenwärtig publiziert werden." Auch wenn mir die Reihen anderer Autoren (z.B. Patrick Rothfuss, Scott Lynch, George R. R. Martin) noch besser gefallen, so muss ich schon zugeben, dass Riyria wesentlich klassischer ist und von daher stimme ich dem Urteil zu.
Zum anderen wird im Klappentext ein wenig auf den Inhalt eingegangen und an dieser "Zusammenfassung" habe ich dieses Mal nichts auszusetzen.

Fazit

Trotz der oben erwähnten Schwächen hat mich dieser Band noch besser unterhalten als die ersten beiden. Sonst hätte ich ihn auch nicht an nur einem Tag gelesen.
Das Imperium ist zu böse um interessant zu sein aber davon abgesehen gibt es viele spannende und unberechenbare Charaktere. Wenn es um richtig klassische Fantasy geht, führt im Moment kein Weg an Michael J. Sullivan vorbei.

Wertung: 4,5/5 Sternen

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