Montag, 6. April 2015

[REZENSION] Die Geister des Landes - Aus der Tiefe


"Die Geister des Landes - Aus der Tiefe" ist der dritte und abschließende Band von Judith C. Vogts Eifel-Mythen-Geek-Jugendbuchtrilogie, die beim Aachener Ammianus-Verlag  erschienen ist. In der folgenden Rezension setze ich die ersten beiden Bände als bekannt voraus. Falls ihr die ersten beiden Bände noch nicht kennt und keine Spoiler lesen wollt, findet ihr hier die Rezension zur gesamten Trilogie. Außerdem gibt es hier auch noch ein Interview mit der Autorin.

Worum geht es?

Fiona und ihre drei geekigen Freunde Dora, Edi und Gregor sind in einen seltsamen Kampf verwickelt worden. Sie versuchen die wieder zum Leben erweckten Mythengestalten der Eifel vor den Machenschaften von CRAFE zu beschützen. Letzteres ist eine Firma von "gesichtslosen" Männern und Frau, die versuchen aus den mythischen Energien der Eifel Profit zu ziehen.
Am Ende des zweiten Bandes sieht es für die vier nicht allzu gut aus: Fiona wurde von den Gesichtslosen die Fähigkeit zum Wahrträumen genommen, Gregor wurde von einem Werwolf gebissen und auch um Frau Wolter, die einzige erwachsene Verbündete der jugendlichen Protagonisten steht es nicht gut. Außerdem hat es CRAFE geschafft Grannus und einen weiteren Gott zu töten. Aber es gibt auch einen kleinen Lichtblick: Während Fiona die Träume genommen wurden, hat sie es geschafft, sich und ihre Freunde aus dem Kollektivgedächtnis von CRAFE zu löschen.

Der dritte Band setzt nahtlos da an, wo der zweite aufgehört hat. Da sich CRAFE nicht mehr an sie erinnert, steht für die Jugendlichen erst einmal Alltag an. Alltag fühlt sich jedoch nicht nur für Gregor, der fürchtet selbst zum Werwolf zu werden, falsch an. Aber noch bevor sie selbst wieder aktiv werden können, überschlagen sich die Ereignisse...

Was ist das Besondere an diesem Buch?

Urban Fantasy mit jugendlichen Protagonisten ist heute nichts außergewöhnliches mehr. Abgesehen davon, dass die Eifel eher rural (dt. ländlich) als urban ist, machen die Protagonisten einen großen Unterschied. Diese sind nämlich regelrechte Vorzeigegeeks und so ist auch das Buch voll mit Anspielungen auf Rollenspiele (vor allem Das Schwarze Auge und Shadowrun), TV Serien (Firefly, Doctor Who, True Blood,...) und ähnliches.

Was hat mir gut gefallen?

Vieles! Da ich ähnlich geekig veranlagt bin wie die jugendlichen Helden, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. In vielen anderen Büchern findet man einzelne geekige Charaktere, die oft unrealistisch überspitzt dargestellt sind. Hier merkt man, dass die Autorin selbst ähnliche Interessen hat und über etwas schreibt, das sie kennt und versteht.

Die Story ist gut durchdacht und bietet das, was ich gerne phantastischen Realismus - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stilrichtung in der Malerei - nenne. Es gibt viele phantastische und auch ein paar futuristische Elemente. Trotzdem bleibt die Story, innerhalb des dadurch abgesteckten Rahmen, immer logisch. Außerdem ist die Story im Großen und Ganzen spannend.

Auch der dritte Band bieten im Anhang wieder den sogenannten Mythenführer mit weitergehenden Informationen über die vorkommenden Mythengestalten. Auf diesem Wege kann man sogar noch ein wenig lernen.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Eigentlich gibt es nur einen Punkt, der mir gar nicht gefallen hat. Das Wort Eksikkator wird für ein Gerät benutzt, das nichts mit den beiden Geräten zu tun hat, für die man in der realen Welt diesen Begriff verwendet. Sehr irritierend!

Ansonsten waren es wirklich nur Kleinigkeiten, die ich nicht ideal fand.

Die Autorin versteht es Spannung auf und wieder ab zu bauen. Es gibt aber die eine oder andere Stelle, an der mir die Spannung ein wenig zu weit abfällt. Diese Phasen sind dann aber immer kurz genug, so dass es nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Auch die Liebesgeschichte(n) hätte ich nicht unbedingt gebraucht aber das ist halt Geschmackssache. Zumindest kann man sagen, dass sie nicht kitschig war(en).

Fazit

"Die Geister des Landes  - Aus der Tiefe" ist der sehr gelungene Abschluss einer tollen, phantastischen Jugendbuchtrilogie, die sehr von den geekigen Charakteren und dem lokalen Bezug lebt. Wer weder selbst Geek ist, noch einen Bezug zur Eifel hat, wird möglicherweise mit der Geschichte nicht warm werden.

Für Geeks lesenswert und für Geeks aus der Eifel ein Must-Read.

Wertung: 4,5/5 Sternen

Vielen Dank an Judith C. Vogt und den Ammiamus-Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

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