Montag, 6. April 2015

[REZENSION] Die Geister des Landes - Die Trilogie


Die Geister des Landes - Das Erwachen (Band 1)

"Die Geister des Landes" ist eine Jugendbuchtrilogie von Judith C. Vogt, die vom Aachener Ammianus-Verlag veröffentlicht wurde. Der erste Band erschien 2012, der zweite 2013 und der letzte 2015. Die Rezension zum dritten Band findet ihr hier. Aber Vorsicht: Wenn ihr die Trilogie noch gar nicht kennt, könntet ihr dort mehr über Band 1 und 2 erfahren, als euch lieb ist.
Außerdem gibt es hier auch noch ein Interview mit der Autorin.

Worum geht es?

Fiona (17), eine ganz normale Schülerin, hat plötzlich sehr lebhafte, prophetische Träume von zum Leben erwachten Mythengestalten. Da sie nicht für verrückt gehalten werden will, wendet sie sich an drei Mitschüler, die sie selbst nicht für ganz normal hält - die drei Geeks Dora, Edi und Gregor. Dora ist Hexe in zweiter Generation (natürlich zunächst[?] ohne magische Fähgkeiten), Edi ist Öko- und Computerfreak und Georg interessiert sich für Schwerter. Außerdem sind alle drei Rollenspieler...

Schnell stellt sich heraus, dass Fionas Träume tatsächlich wahr sind. Es gibt tatsächlich lebende Hinzenmänner, Feyen und weitere aus Eifelmythen bekannte Gestalten.

Im weiteren Verlauf der Geschichte tauchen dann auch noch "gesichtslose" Männer auf, die scheinbar einen Nutzen daraus ziehen die Mythengestalten zu erwecken und dann zu töten.

So kommt es, dass sich die vier Schüler bald im Kampf gegen die Firma der "gesichtslosen" Männer befinden. Dieser führt sie zunächst quer durch die Eifel, später (in Band 2) dann auch nach Aachen und schließlich wieder mitten in die Eifel.

Aber es geht nicht nur um die Mythen und den gemeinsamen Kampf. Auch ganz große Gefühle spielen eine Rolle.

Die Geister des Landes - Aus der Tiefe (Band 3)
Die Geister des Landes - Gesichtslos (Band 2)




















Was ist das besondere an dieser Trilogie?

Urban Fantasy mit jugendlichen Protagonisten ist heute nichts außergewöhnliches mehr. Abgesehen davon, dass die Eifel eher rural (dt. ländlich) als urban ist, machen die Protagonisten einen großen Unterschied. Diese sind nämlich regelrechte Vorzeigegeeks und so sind auch die drei Bücher voll mit Anspielungen auf Rollenspiele (vor allem Das Schwarze Auge und Shadowrun), TV Serien (Firefly, Doctor Who, True Blood, 24,...) und ähnliches.

Was hat mir gut gefallen?

Vieles! Da ich ähnlich geekig veranlagt bin wie die jugendlichen Helden, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. In vielen anderen Büchern findet man einzelne geekige Charaktere, die oft unrealistisch überspitzt dargestellt sind. Hier merkt man, dass die Autorin selbst ähnliche Interessen hat und über etwas schreibt, das sie kennt und versteht.

Die Story ist gut durchdacht und bietet das, was ich gerne phantastischen Realismus - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stilrichtung in der Malerei - nenne. Es gibt viele phantastische und auch ein paar futuristische Elemente. Trotzdem bleibt die Story, innerhalb des dadurch abgesteckten Rahmen, immer logisch. Außerdem ist die Story im Großen und Ganzen spannend.

Alle drei Bände bieten im Anhang - dem sogenannten Mythenführer - weitergehende Informationen über die vorkommenden Mythengestalten. Auf diesem Wege kann man sogar noch ein wenig lernen.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Eigentlich gibt es nichts, das mir gar nicht gefallen hat. Die Autorin versteht es Spannung auf und wieder ab zu bauen. Im Laufe der drei Bände gibt es die eine oder andere Stelle, an der mir die Spannung ein wenig zu weit abfällt. Diese Phasen sind dann aber immer kurz genug, so dass es nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Im ersten Band haben mich die technisch-futuristischen Aspekte irritiert, weil sie so gar nicht zum Rest der Geschichte passen wollten. Im weiteren Verlauf fügt sich dann aber alles so zusammen, dass es passt.

Auch die Liebesgeschichte(n) hätte ich nicht unbedingt gebraucht aber das ist halt Geschmackssache. Zumindest kann man sagen, dass sie nicht kitschig war(en).

Fazit

"Die Geister des Landes" ist eine tolle, phantastische Jugendbuchtrilogie, die sehr von den geekigen Charakteren und dem lokalen Bezug lebt. Wer weder selbst Geek ist, noch einen Bezug zur Eifel hat, wird möglicherweise mit der Geschichte nicht warm werden.

Für Geeks lesenswert und für Geeks aus der Eifel ein Must-Read.

Wertung: 4,5/5 Sternen

Kommentare:

  1. *lach*
    Ich muss gestehen, ich fragte mich schon was Rural-Fantasy ist. *kicher*
    Danke für die Aufklärung *zwinker*
    Key

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  2. "Diese sind nämlich regelrechte Vorzeigegeeks und so sind auch die drei Bücher voll mit Anspielungen auf Rollenspiele (vor allem Das Schwarze Auge und Shadowrun), TV Serien (Firefly, Doctor Who, True Blood, 24,...) und ähnliches."
    Na, wenn das nicht mal ein guter Grund ist, das Buch zu lesen! :D Danke für den Tipp ;)

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