Montag, 27. April 2015

[REZENSION] Matamba


Matamba ist das Erstlingswerk von Kirsten Brox. Besser gesagt, ist es ihr erster Roman. Zuvor hat sie schon mehrere Sachbücher über Agilty ("Hundesport") geschrieben und zwei Märchenanthologien herausgegeben. Wenn ihr mehr über die Autorin erfahren wollt, findet ihr hier ein Interview.

Worum geht es?

Der Roman spielt in einer alternativen Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 1870 und nicht Strom, sondern Dampf, treibt allerhand Maschinen an. Auch gibt es Technologien, die den "Äther" nutzen. Kurz gesagt, es handelt sich um einen Steampunk-Roman.

Der echte Henry Morton Stanley
Als der Kriegsveteran Morton Stanley - angelehnt an die reale Person gleichen Namens - in Geldnot gerät, bleibt ihm wenig anderes übrig, als an einem Wettbewerb teilzunehmen. Bei diesem Wettbewerb geht es darum, als erste Expedition die Quelle des Nils zu finden. Das Preisgeld würde alle seine Probleme lösen.

Sein Widersacher ist der afrikastämmige Professor Jack Lambert, der nur an dem Wettstreit teilnimmt, weil ihm sein Dekan keine Wahl lässt.  In Afrika angekommen muss Jack dann schnell feststellen, dass ihn der Kontinent seiner Ahnen nicht so kalt lässt, wie er es erwartet hätte.

(Es gibt auch einige Elemente, für die es zunächst keine natürlicher Erklärung zu geben scheint. Ob es eine natürliche Erklärung gibt oder ob es sich eher um Steamfantasy handelt, möchte ich hier bewusst offen lassen.)

Was hat mir gut gefallen?

Vor allem hat mich der bildliche Schreibstil angesprochen. Das Buch ist über weite Strecken sehr angenehm zu lesen.

Desweiteren gibt es - auch ganz wichtig für jeden Steampunk-Roman - viele verrückte Maschinen, die sehr anschaulich beschrieben und erklärt werden. (Dass die Erklärung eines Geräts namen Telektroskop für mich nicht ganz ausreichend war, fand ich nicht weiter schlimm.)

Was hat mir weniger gut gefallen?

Die größte Schwäche des Romans ist der Aufbau bzw die Einteilung. Bei einem knapp 300 Seiten langen Roman über eine Afrikaexpedition, darf es nicht 120 Seiten dauern, bis der erste Protagonist Afrika erreicht. 120 Seiten Einleitung sind absolut OK aber dann sollte das Buch auch mindestens 500 Seiten lang sein. Aus der langen Einleitung resultiert natürlich, dass für den Mittelteil und hier insbesondere für den Schluss wenig Platz bleibt.

Noch mehr hat mich aber gestört, wie der Verlag dieses sehr kurze Werk aufgebläht hat. Die Kapitel sind sehr kurz und jedes Kapitel beginnt auf einer rechten Seite. Dadurch entstehen teilweise komplett leere Seiten. Insgesamt sind es 19 komplett leere Seiten. Addiert man alle Seiten auf, die mindestens zu einem Drittel leer sind, kommt man sogar auf eine Summe von 49 leeren Seiten oder um es noch deutlicher zu sagen: Von den 291 Seiten sind 81 Seiten zu einem Drittel oder mehr leer.

Fazit

Ein sehr kurzer aber auch kurzweiliger Roman. Freunde von Steampunk und ungewöhnlichen Settings sollten ruhig einen Blick riskieren. Mit einem kleinen Debütbonus komme ich auf...

Wertung: 4/5 Sterne

Vielen Dank an den Feder&Schwert-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Jetzt bin ich immer noch nich schlauer, ob ich es mal in Betracht ziehen soll oder nicht.
    Du empfiehlst mir ja als Freundin des Steampunks das ruhig zu riskieren ... du kennst ja meinen Geschmack ein wenig, meinste ich soll's mal mit auf meine nächste Liste setzen?
    (Apropos Listen. Die aktuelle ist angekommen. *Spindel Spindel*)

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  2. Hm, ich bin immer auf der Suche nach schönem Steampunk, aber deine Rezi läßt mich wundern.

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  3. Tja, ihr beiden, die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Das Buch liest sich wirklich gut aber es passiert halt nicht ganz so viel. Auch der Steam-Aspekt ist nicht sehr dominant. Es geht eher um die beiden Hauptcharaktere. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der nicht zu sympathisch angelegte Morton Stanley dir gefallen könnte, Annika.

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