Freitag, 22. Mai 2015

[REZENSION] Entschuldigen Sie, waren wir nicht mal im Bett?



Titel: Entschuldigen Sie, waren wir nicht mal im Bett?
Autor: Jens Clasen
Verlag: Goldmann
Format: Taschenbuch
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Humor, O-Ton
Seitenzahl: 221
Preis: € 7,99 [D] | € 8,30 [A] | CHF 11,50
ISBN: 978-3-442-17441-6
Leseprobe: hier






Mitgehörte Gespräche können sehr lustig sein. In den vergangenen Jahren waren das Buch "Enschuldigung sind sie die Wurst?" und seine 2 Nachfolgebände sehr erfolgreich. Diese Bücher boten genau das: Mitgehörte Gespräche. An diesen Erfolg soll nun das neue Buch von Jens Clasen anknüpfen. Diesmal geht es aber nicht um irgendwelche Gespräche, sondern den Gesprächsklassiker überhaupt: Gespräche zwischen Mann und Frau.

Wer Jens Clasen kennt, wird sich nicht wundern, dass er sich gerade dieses Thema ausgesucht hat. Immerhin ist er Textchef der deutschen Ausgabe des Männermagazins "Men's Health". Außerdem bloggt er seit 2010 über "Männerthemen und solche, die es werden sollten".

Laut Klappentext hat er für das Buch "in Deutschlands Küchen, Cafés, Bahnen und Büros [...] gelauscht".

Das Buch gliedert sich in neun Teile, die thematisch sortiert sind. Die Themen lauten: Aussehen, Sex, Familie, Haushalt, Arbeit, Technik, Sport und "der ganze Rest". Jeder Teil wird durch eine Illustration von Frank Flöthmann, von dem auch die Coverillustration stammt, und einen kurzen Text von Jens Clasen eingeleitet.



Was hat mir gut gefallen?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein unschönes Wort in den raum stellen: Klolektüre. Ja, es gibt Menschen, die auf dem Klo lesen. Natürlich kann man die Zeit auf dem stillen Örtchen nutzen, um 1-2 Seiten in einem Roman zu lesen aber ist es nicht viel schöner etwas zu haben, worin man sehr kurze Abschnitte lesen kann? Dieses Buch ist dafür ideal geeignet. Die durchschnittliche Szene ist maximal eine halbe Seite lang und locker in 10-15 Sekunden gelesen. So kann man dann in 1-2 Minuten eine Doppelseite lesen oder aber auch in 5 oder 10 Minuten entsprechend mehr.

Aber was ist das wichtigste an einem lustigen Buch? Genau, dass es lustig ist. Laut gelacht habe ich zwar sehr selten aber geschmunzelt schon häufiger. Das Buch war immerhin witzig genug, dass ich meistens 2-3 Seiten mehr gelesen habe als "nötig", weil ich mich nicht so schnell wieder von dem Buch trennen wollte.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Das Wichtigste steht ja eigentlich schon im letzten Abschnitt. Das Buch ist nicht so witzig, wie es sein sollte.

Darüber hinaus gibt es aber noch zwei andere Punkte, die mich beim Lesen gestört haben. Zum einen gibt es viele Dialoge, die der Autor bestimmt nicht persönlich mitgehört hat. Da wären zum Beispiel Gespräche im Bett oder vor dem Fernseher. Entweder war er selbst beteiligt oder man hat ihm diese Dialoge zugetragen. Vielleicht sind manche Gespräche aber auch schlicht erfunden...

Desweiteren gibt es einige Dialoge, die nicht wirklich etwas mit dem Thema Mann-Frau zu tun haben. Das ist eigentlich nicht schlimm, da gerade die Szenen, in denen es um das Thema Kindermund geht, zu den lustigsten gehören. Aber trotzdem: In der Schule würde das Urteil "Thema verfehlt" lauten.

Fazit

Unfreiwillig komische Gespräche sind häufig die lustigsten. Dieses Buch bietet auf 220 Seiten knapp 400 solcher Gesprächsfetzen. Das Buch ist dabei leider nicht unglaublich komisch aber durchaus unterhaltsam. Wer es liest, wird sicherlich die eine oder andere Szene finden, die ihm lange im Kopf bleibt, wer es nicht liest, verpasst aber auch nichts.

Wertung: 3,5 / 5 Sternen

Vielen Dank an die Verlagsgruppe Randomhouse für das Rezensionsexemplar.

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