Dienstag, 21. Juli 2015

[KURZREZENSION] Die Lügen des Locke Lamora

Titel: Die Lügen des Locke Lamora
Originaltitel: The Lies of Locke Lamora
Reihe: Gentlemen Bastards, Band 1
Autor: Scott Lynch
Übersetzerin: Ingrid Herrmann-Nytko
Verlag: Heyne
Format: Paperback
weitere Ausgaben: eBook
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 848
Preis: € 14,00 [D] | € 14,40 [A] | CHF 19,50
ISBN: 978-3-453-53091-1

Leseprobe: hier


Locke Lamora ist ein Dieb. Nein, Locke Lamora ist kein Dieb. Locke Lamora ist ein Gentleman-Ganove. Im Herzogtum Camorr muss sich kein Adeliger vor Dieben, Räubern oder Betrügern fürchten. Dafür sorgt der geheime Frieden zwischen dem Capa (eine Art oberster Maffiaboss) und dem Adel. Niemand würde es wagen den geheimen Frieden zu brechen und den Zorn des Capas auf sich zu ziehen. Und jeder weis, dass niemand es wagen würde. Das wissen auch Locke Lamora und seine Freunde von den Gentlemen-Gannoven und so wagen sie es nun schon seit einigen Jahren mit großem Erfolg. Zurecht halten sie sich für unantastbar bis eines Tages ein neuer Spieler die Spielfläche betritt...

Die Lügen des Locke Lamora ist ein Fantasy-Roman, bei dem die Fantasy-Elemente wichtig sind aber nicht im Vordergrund stehen. Es gibt Magie aber diese ist einigen wenigen vorbehalten. Viel wichtiger ist die Alchemie, die immer neue Wunder wie Leuchtkugeln, alkoholhaltiges Obst oder Tier-Tier-Hybride hervorbringt. Das alles ergibt ein spannendes und stimmiges Bild. Auch ansonsten ist die Welt gut durchdacht und vieles, das für die Geschichte wichtig ist, wird in kleinen Zwischenspielen vorgestellt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht aber der "Titelheld" Locke Lamora. Diesen lernen wir sowohl als Kind als auch als gestandenen Mann kennen. Zunächst laufen diese beiden Erzählstränge parallel. Im späteren Verlauf werden die Episoden aus seiner Kindheit/Jugend immer seltener und das Buch beschäftigt sich primär mit den "aktuellen" Ereignissen. Auch diese werden aber nicht chronologisch erzählt. Scott Lynch versteht es meisterhaft, so zwischen Zeiten und Orten zu springen, dass es der Spannung maximal dient.

Kommen wir zu meinem Urteil. Scott Lynch präsentiert eine interessante und gut durchdachte Welt. Nach einem etwas zähen Anfang von 250 Seiten, während derer man noch nicht versteht, warum das gelesene wichtig ist, nimmt die Geschichte dann mächtig Fahrt auf und versteht sehr gut zu unterhalten. Alles in allem ist das Buch mehr eine Abenteuer- als eine Fantasy-Geschichte; auch wenn einige der Fantasy-Elemente sehr wichtig für die Geschichte sind. In vielerlei Hinsicht hat das Buch volle 5 Sterne verdient, da ich aber die ersten 250 Seiten (immerhin mehr als ein Viertel des Buchs) als zäh empfunden habe, vergebe ich 4 Sterne.

Wertung: 4/5 Sternen

Kommentare:

  1. Eins meiner absoluten Lieblingsbücher :) Ich liebe die Reihe. Locke Lamora ist ein so großartiger Charakter. Die Wendungen sind von der ersten bis zur letzten Seite total gut durchdacht und Camorri ist eine tolle Kulisse.
    Einfach nur toll :)

    und....WAAAASSSSS xD wie konntest du da nur eine Seite für zäh befinden. Hallo, dass ist ein Meisterwerk xD
    Man kann aber Punkte für die Langsamkeit des Autors abziehen. Der macht was das angeht R.R.Martins echte Konkurrenz.

    LG Denise

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    1. Ach, im Vergleich zu Martin (oder Rothfuss) ist Lynch doch schnell.

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