Samstag, 4. Juli 2015

[REZENSION] Die Brücke der Gezeiten, Band 1 und 2

Band 1 und Band 2
Diese Woche ist der dritte deutsche Band des neuseeländischen Fantasy-Vierteilers The Moontide Quartet von David Hair erschienen. Die ersten beiden deutschen Bände zusammen ergeben den ersten Originalband Mage's Blood. Der dritte deutsche Band Die scharlachrote Armee ist die erste Hälfte des zweiten Originalbandes mit dem Titel Scarlet Tides.

Um euch die Wartezeit auf meine Rezension zu Band 3 und mein Interview mit David Hair zu verkürzen, möchte ich euch hier die Rezension präsentieren, die ich in prä-Blog-Zeiten zu den ersten beiden Bänden verfasst habe.

 "Für Fans vom GAME OF THRONES"


...ist ein Werbeslogan, der im Moment gerne auf Fantasyliteratur angewandt wird. Ob man diese Reihe so bewerben könnte, ist eine Frage, auf die ich im Laufe dieser Rezension eingehen möchte.

"Die Brücke der Gezeiten 1 - Ein Sturm zieht auf" und "Die Brücke der Gezeiten 2 - Am Ende des Friedens" bilden im englischen Original einen Band ("Mage's Blood"). Dieser ist der Auftakt einer auf vier Bände angelegten Reihe ("Moontide Quartet"). Doch worum geht es überhaupt?

Auf Urte gibt es zwei Kontinente: Yuros und Antiopia. Yuros ist eng an das mittelalterliche Europa angelehnt, während Antiopia eher an Afrika und/oder Indien erinnert. Ursprünglich war Urte genau so unmagisch wie unsere reale Erde, doch etwa 500 Jahre bevor die Handlung einsetzt änderte sich dies schlagartig, als die Mitglieder einer kleinen Sekte plötzlich die Fähigkeit erlangen Magie zu wirken. Durch die Magie verschieben sich nicht nur schnell die Machtverhältnisse in Yuros, wo das Rondelmarische Reich und die Kirche des Corineus eine Vormachtstellung erlangen, sondern auch Antiopia bleibt nicht unbeeinflusst. Zwar hat Antiopia keine Magier aber die Magier aus Yuros errichten mit Hilfe ihrer Magie eine Brücke zwischen den Kontinenten. Dies erhebt sich zwar nur alle zwölf Jahre aus den Fluten, trotzdem verbindet sie die Kontinente in nie geahnter Weise. Die Politik, einschließlich der sich daraus ergebenden Kriege, ist ein großes Thema des Romans. Das andere große Thema ist die Magie und am Anfang besonders die Frage nach ihrem Ursprung.

Der Leser erlebt die Welt und ihre Politik durch die Augen verschiedener Protagonisten. In diesen Bänden sind dies vor Allem: Ein junger Magier kurz vor dem Ende seiner Ausbildung, der in seiner Abschlussarbeit eine gefährliche Theorie aufstellt, eine Magierin, die sich zwischen ihrem geheimen Auftrag und der Königsfamilie, die sie vorgeblich beschützen soll, entscheiden muss, ein junges verliebtes antiopisches Mädchen, dem eine arragierte Ehe droht sowie der Junge, den sie und der sie eigentlich liebt.

Aber kommen wir zurück zum Vergleich mit "Game of Thrones" bzw. dem "Lied von Eis und Feuer". Meines Erachtens hat es "Moontide Quartet" verdient mit Martin's Meisterwerk verglichen zu werden. Genau wie dieses präsentiert es eine komplexe und glaubhafte Welt, auf der es nicht Gut und Böse, sondern lediglich Menschen und Interessengruppen mit glaubwürdigen Motivationen gibt. Wenn ich diese Reihe mit wenigen Worten umreißen sollte, würde ich sagen: "Game of Thrones mit mehr Magie und nur halb so vielen Protagonisten".

Gestört hat mich an diesem Buch wirklich nur wenig. Eigentlich stört mich nur, dass manche Dinge zu sehr an unsere Welt angelehnt sind. Dass die yurischen Monatsnamen eng an die irdischen angelehnt sind, mag ja noch ganz praktisch sein, dass es mit "Shaitan" ein Wesen aus der irdischen Mythologie direkt nach Urte geschafft hat, irritiert mich schon mehr. Außerdem muss man sagen, dass das Buch (bzw. die beiden deutschen Bücher) im Prinzip nur alt Bekanntes bietet; wenn auch in einer guten Form und Komposition.

Alles in allem ein sehr gelungener Auftakt zu einer neuen Reihe, der mir gut gefallen hat, dem aber ein bisschen das Neue und Besondere fehlt. Trotzdem gute...

Wertung: 4/5 Sternen

Kommentare:

  1. Huhu :-)

    Ich muss ehrlich sein, um diese Reihe schleiche ich schon lange rum. Nach deiner Rezi werde ich es mal im Auge behalten :-)
    Ich bin jetzt auch Leserin bei dir geworden :-) Auch deine Facebookseite hat ein Like bekommen :-)

    Liebe Grüße und einen tollen Sonntag wünscht dir
    Line :-)

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    1. Moin moin!

      Das freut mich aber!

      Wenn die bei der Brücke der Gezeiten die Parallelen zu GoT gefallen, dann warte mal meine Rezi zu Band 3 ab. Der ist nicht schlechter, liest sich aber - meines Erachtens - ganz anders.

      Dir auch einen schönen Sonntag,
      Gruß,
      André

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  2. Hey :)

    Ich musste schon bei deiner Erklärung, dass die Bücher im Deutschen aufgeteilt werden, das erste Mal an "Game of Thrones" denken :). Auf jeden Fall klingt deine Beschreibung sehr spannend - ist absehbar, wie lange David Heir brauchen wird, um die gesamte Reihe fertigzustellen?

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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  3. Hi!

    Ja, die Frage ist sogar leicht zu beantworten. Ich übersetze gerade das Interview mit David, dass ich morgen oder übermorgen posten werde, und darin erwähnt er, dass er den letzten Band fertig gestellt hat. Die Frage ist also eher in welchem Tempo der deutsche Verlag die Übersetzungen veröffentlichen wird. Ich tippe mal auf zwei Bücher pro Jahr.

    Gruß,
    André

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    1. Hab grade mal aus Interesse auf der Verlagsseite geguckt.
      Der vierte Band soll im Oktober erscheinen. D.h. es sind so ca 3 Monate. Das finde ich recht angenehm, wenn geteilte Bücher dann auch schneller erscheinen.

      Momentan betrifft mich das bei dieser Reihe noch nicht, da ich noch keines davon gelesen habe.
      Aber ich stolpere immer wieder darüber. (Ist das vielleicht ein Zeichen?^^)

      Grüße,
      Lena von Tiny Hedgehog

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    2. Band 1 und 2 sind Dezember 2013 und Juli 2014 erschienen. Deshalb dacht ich an ungefähr zwei pro Jahr.

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