Donnerstag, 3. September 2015

[KURZREZENSION] Der Ruf des Drachenschwerts von Eva Dumann




Titel: Der Ruf des Drachenschwerts
Autor: Eva Dumann
Verlag: Papierfresserchen MTM-Verlag
Format: Taschenbuch
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 464
Preis: € 16,90 [D]
ISBN: 978-3-861963-15-8
Leseprobe: hier



Der Ruf des Drachenschwerts ist der zweite Roman von Eva Dumann und die Fortsetzung von Im Zeichen der Schwäne. Trotzdem ist die Geschichte in sich abgeschlossen und die Kenntnis des ersten Buches nicht erforderlich. Doch worum geht es?

Der niturische Prinz Pellinor macht sich auf den Weg um das verlorene Königsschwert Gnifaldir aus Feindeshand zurück zu erringen. Dieses hat angeblich nicht nur symbolischen Wert. Gemeinsam mit dem Herondhil (Katzenmenschen) Ettilond bricht er nach Norden auf. Auf dem Weg möchte er zunächst seiner Freundin und Ziehschwester, der Halbelfe Eolee einen Besuch abstatten. Doch auch Eolees Leben ist in der Zwischenzeit nicht ereignislos verlaufen und so befindet sie sich mittlerweile auf ihrer eigenen Reise gen Norden. Auf dieser Reise macht sie unter anderem Bekanntschaft mit einem Mahr. Die Mahre und ihre Herren die Draug sind eigentlich als mörderische Urzeitmonster verschrien, doch der Eindruck, den Eolee bekommt ist ein anderer.

Pellinors Geschichte ist im Prinzip eine sehr typische High Fantasy Geschichte. Der jugendliche Held begibt sich auf eine Quest, die auch buchstäblich eine Reise ist, um ein (magisches) Artefakt zu erringen, bevor ein böser (Möchtegern)König damit schaden anrichten kann. Eolees Geschichte ist eine modernere. Eine starke, selbständige junge Frau beschließt ein mystisches Rätsel zu lösen. Beide Geschichte sind intelligent verwoben und laufen (natürlich) auf ein gemeinsames Ende zu.

Positiv fällt beim Lesen vor Allem die wohl gewählte Sprache auf. Fern von der kargen Hauptsatzprosa, die man leider bei nicht wenigen jungen, deutschen Autoren findet, schreibt Eva Dumann in einem gehobenen Schriftdeutsch. Dabei versteht sie es sehr gut zwischen beschreibenden Texten und direkter Rede und zwischen ruhigeren und hektischeren Szenen zu unterscheiden und die Sprache entsprechend anzupassen.

Zwei Kritikpunkte gibt es aus meiner Sicht aber dann doch. Zum einen kommt der "sense of wonder", der für jegliche Phantastik ja so wichtig ist, ein wenig zu kurz. Vor Allem gelingt es der Autorin nicht die Unterschiede zwischen den verschiedenen Fantasyrassen herauszuarbeiten. Zum anderen hat mich das Ende nicht völlig überzeugt. Aus meiner Sicht ist es ein wenig aufgesetzt und ein wenig zu sehr deus ex machina.

Diese beiden Kritikpunkte sind sicherlich keine Kleinigkeiten. Dennoch bleibt das Buch sehr lesenswert. Die Geschichte ist intelligent und gut durchdacht und hebt sich durch die Sprache von der Masse ab.

Alles in allem ein lesenswertes Stück All-Age Fantasy!

Wertung: 4/5 Sternen

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