Mittwoch, 2. September 2015

[KURZREZENSION] Höllenjob für einen Seraph von Helen B. Kraft



Titel: Höllenjob für einen Seraph
Autor: Helen B. Kraft
Verlag: Machandel Verlag
Format: Taschenbuch
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Romantasy
Seitenzahl: 340
Preis: € 12,90 [D]
ISBN: 978-3-939727-44-6
Leseprobe: hier



Die Dämonin Lilith wurde zu Erziehungszwecken in den Himmel umquartiert. Als eines Tages das mächtige Wächterschwert verschwindet, gibt man Lilith die Schuld dafür. Doch statt sie direkt zu bestrafen, gibt Jehova ihr die Chance ihre Unschuld zu beweisen, indem sie auf der Erde das Schwert wiederfindet. Dazu stellt man ihr ihren Aufpasser - den Engel Ravael - zur Seite. Auch Jehovas Exfrau Luzifer, ihres Zeichens Herrscherin der Hölle, ist daran interessiert, dass das Schwert wiedergefunden wird und stellt den beiden ebenfalls eine kleine Delegation - angeführt vom Dämon Shatan - zur Seite. Auf der Erde angelangt gibt es bald Streit und so entscheidet sich Lilith sich von der Gruppe abzusetzen und das Schwert alleine zu suchen.

Das Buch ist die Fortsetzung von Höllenjob für einen Dämon. Die meisten Charaktere sind bereits aus dem ersten Band bekannt. Die Kenntnis des ersten Buchs ist aber nicht nötig, um das Buch zu verstehen, da alle Charaktere so eingeführt werde, dass der Leser weiß woran er ist. Einerseits sind diese knappen Einführungen gut gelungen, andererseits geht natürlich auch der Humor, der in der völligen Neuinterpretation dieser größtenteils aus der Bibel bekannten Charaktere steckt, verloren.

Die Geschichte an sich ist konfus und an vielen Stellen unlogisch. Es fängt schon damit an, dass beide Gruppen völlig ohne brauchbare Hinweise den Weg zum Schwert finden, das praktisch überall sein könnte. Auch viele Kleinigkeiten sind unlogisch und inkonsistent. Zum Beispiel wird Lilith innerhalb weniger Seiten dreimal mit dem gesuchten Schwert verletzt. Beim ersten Mal fühlt es sich wie eine Säureverletzung an, beim zweiten Mal merkt sie den Schnitt nur daran, dass sie blutet und beim dritten Mal sind es plötzlich höllische Schmerzen. Richtig unlogisch wird es dann zum Ende des Buchs. Die abschießende Lösung des Problems ist voller logischer Fehler und wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet.

Auch stilistisch ist das Buch kein Meisterwerk. Die Sprache ist sehr einfach und sobald sie mal etwas blumiger wird, geht auch ganz schnell etwas schief. "Er wusste, dass er nicht daran sterben würde, trotzdem tat es höllisch weh. Bei dem Wortspiel zuckte er wie unter einem Schlag zusammen." (S. 321) Ich auch.


Zwischendurch kommt es immer wieder zu Szenen, die reichlich Potential haben. Wenn zum Beispiel ein Dämon und ein Engel zusammen ein Taxi nehmen und von einem Kali-gläubigen Inder gefahren werden, dann ist eigentlich die Bühne bereitet für eine urkomische oder aber sehr dramatische Szene. Leider ist es so, dass die Autorin die Geschichte mehrfach an einen Punkt führt an dem man denkt, dass es jetzt richtig lustig oder spannend wird und dann nichts daraus macht.


Nebenbei gibt es auch noch die Liebesgeschichte, die man beim Blick auf das Cover sicher erwartet. Jedes Mal wenn Lilith an Ravael denkt, wird auch gleich betont wie lecker sie ihn findet. Das ist aber spätestens beim zweiten Mal auch eher nervig als sexy.


Alles in allem weiß ich nicht, warum man dieses Buch lesen sollte. Es ist weder besonders spannend, noch besonders witzig. Und wer beim Anblick des Covers oder nach dem Lesen des Klappentexts prickelnde Erotik erwartet, der wird erst recht enttäuscht werden.

Wertung: 2/5 Sternen

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