Mittwoch, 9. September 2015

[REZENSION] Das Lied des Blutes von Anthony Ryan


Titel: Das Lied des Blutes
Originaltitel: Blood Song
Reihe: Rabenschattten (Band 1)
Autor: Anthony Ryan
Übersetzer: Sara und Hannes Riffel
Verlag: Hobbit Presse (Klett-Cotta)
Format: Hardcover (mit Schutzumschlag)
weitere Ausgaben: eBook
Erscheinungsjahr: 2014 (Original 2011)
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 775
Preis: € 24,95 (Hardcover), € 9,99 (eBook)
ISBN: 978-3-608-93925-5

Leseprobe: hier



Das Lied des Blutes ist der erste Band eines Fantasy-Epos aus der Feder von Anthony Ryan.

Der Autor:

Anthony Ryan wurde 1970 in Schottland geboren, hat aber den Großteil seines Erwachsenenlebens in London verbracht, wo er auch heute noch lebt. Das Lied des Blutes hat er zunächst selbst verlegt. Mehr über sein Schaffen könnt ihr auf seinem Blog erfahren.

Das Buch:

Das Buch beginnt als Low Fantasy, entwickelt sich dann aber immer mehr Richtung High Fantasy. Doch worum geht es?

Das Buch beginnt mit einer knappen Rahmenhandlung, in der der kaiserliche Chronist Verniers auf den Gefangenen Vaelin al Sorna trifft. Während er diesen begleitet, erzählt al Sorna ihm seine Lebensgeschichte, angefangen mit seiner Ausbildung in einem kirchlichen Orden.

Das zentrale Thema des Romans ist der Konflikt zwischen der großen Kirche der Königslande und den "Leugner", d.h. den Andersgläubigen, die es primär außerhalb der Königslande aber auch vereinzelt in den Königslanden gibt.

Der Fantasy-Aspekt besteht nun aber nicht nur darin, das die Geschichte in einer erdachten Welt spielt, sondern auch darin, dass es Menschen gibt, die eine besondere Begabung, die sogenannte "dunkle Gabe" haben. Was es damit genau auf sich hat, möchte ich euch an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

Meine Meinung:

Liest man Rezensionen zu diesem Buch, wird man schnell feststellen, dass die Meinungen weit auseinander gehen. Das kann ich sehr gut verstehen, denn auch ich sehe hier Licht und Schatten.

Fangen wir mit dem Positiven an. Die Grundidee ist gut. Der Konflikt Kirche - Andersgläubige ist ein spannender Bezug zur realen Welt; nicht nur zu den Konflikten des Mittelalters, sondern auch zu unserer Zeit. Auch der Ansatz mit einer scheinbar unmagischen Welt zu starten und dann nach und nach immer magischer zu werden, gefällt mir sehr gut. Genau das hat mich seiner Zeit so an Das Lied von Eis und Feuer fasziniert. Desweiteren gibt es reichlich Intrigen und überraschende Wendungen.

Leider, und damit wir beim Negativen, ist das aber alles nicht gut umgesetzt. Es beginnt schon damit, dass Vaelin al Sorna seine Geschichte nicht als personaler Erzähler, sondern als neutraler Erzähler erzählt. Was soll so eine Rahmenhandlung, wenn dann keine Ich-Erzählung folgt? Ferner fand ich die Geschichte an vielen Stellen langatmig und musste mich sehr zuammenreißen nicht quer zu lesen. Diese Langeweile resultiert daraus, dass der Autor es nicht schafft, zu vermittelt, warum das was erzählt wird wichtig ist. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es an irgendeiner Stelle wichtig wird, zum Beispiel den genauen Ablauf einer Ordensausbildung zu kennen, aber solange man den Sinn nicht sieht, ist es halt langweilig zu lesen.

Fazit:

Das Lied des Blutes ist der Auftakt zu einer High Fantasy Trilogie voller Kämpfe und Intrigen. Trotz einiger guter Ideen, hat mich das Buch nicht unterhalten, da die Geschichte meines Erachtens nicht gut erzählt ist.

Wertung: 3/5 Sternen

Kommentare:

  1. Hey,
    ich werde immer gespannter auf das Buch. Bis jetzt liegt es ja immer noch auf meinem Lesestapel. Eventuell werde ich es mit in den Urlaub nehmen. Ich versuche auch, micht nicht von deiner Rezi beeinflussen zu lassen :D Wir werden sehen, wie es mir gefällt und ob mich die Erzählpersektive auch so stört :)
    Lg Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Erzählperspektve ist nicht das Problem, damit findet man sich recht schnell ab, aber aus meiner Sicht ist sie ein Symptom der schriftstellerischen Schwächen. die sich auch an anderer Stelle zeigen.

      Aber vielen Leuten hat es auch gefallen. Vielleicht gefällt es dir ja auch. :)

      Löschen
  2. Hallihallo!

    Deiner Rezension kann ich mich nur anschließen, war zuerst ja recht misstrauisch, danach habe ich total viel positives über das Buch gelesen und ich dann halt so: "Gut, kann ich ja mal lesen, ist vlt. doch ganz interessant." Na ja, mittlerweile nicht so. Bin da echt zwiegespalten.

    LG
    Isana

    AntwortenLöschen