Sonntag, 18. Oktober 2015

[BERICHT] Die BuCon 2015 - inkl. Gewinnspiel


Am Samstag war es endlich soweit: Es war BuCon! Der BuCon ist die deutsche Convention/Messe für phantastische Literatur. Da der BuCon mittlerweile so groß geworden ist, dass zu jeder Zeit in sieben verschiedenen Räumen Lesungen bzw. Panels stattfinden und ich euch eh nur über das berichten kann, das ich gesehen habe, habe ich mich entschlossen euch bewusst subjektiv meinen BuCon-Tag zu schildern.

0730 Abfahrt

Mit dem eigenen PKW geht es von Aachen nach Dreieich bei Frankfurt. Die Fahrt nach Dreieich dauert 2,5 Stunden. Reichlich Zeit Die Dunklen Gassen des Himmels von Tad Williams weiter zu hören.


1015 Ankunft

Der Eintritt ist mit 10 € erfreulich günstig. Da das Programm erst um 11 Uhr startet ist reichlich Zeit sich umzusehen. An den meisten Ständen herrscht aber noch Chaos; also nehme ich in aller Ruhe die Con-Tüte in Augenschein und warte geduldig auf den ersten Programmpunkt.

1100 Sandra Baumgärtner - Chronik der Hagzissa

Vor ca. 20 interessierten Zuhörern erzählt Sandra Baumgärtner über ihr aktuelles Buch und liest daraus. Hagzissa ist ein altes Wort für Hexe und folgerichtig geht es in dem Buch, das zunächst im Spätmittelalter und später im Jetzt spielt, um Hexen. Außerdem geht es um einen Dämon, den die Hexen aufhalten wollen. Die Lesung gefällt mir gut, aber ich entscheide mich das Buch trotzdem nicht zu kaufen. Das Buch spielt in Trier und ich habe Lust demnächst einmal einen Ausflug nach Trier zu unternehmen.

Sandra Baumgärtner stellt die Chronik der Hagzissa vor
Außerdem wird klar, dass der Con gut organisiert ist. Nach 45 Minuten gibt es eine Vorwarnung und nach 50 Minuten müssen alle Programmpunkte beendet sein. 10 Minuten später geht das Programm dann auch schon weiter.

Diese erste "10-Minutenpause" nutze ich um am Feder & Schwert Stand Die Baker-Street-Artefakte zu kaufen und mir das Buch von Sandra Baumgärtner und Oliver Hoffmann signieren zu lassen, die beide eine Geschichte zu dem Buch beigesteuert haben.

Die Baker-Street-Artefakte
1200 Tom Daut, Christian Lange, Judith Vogt - Umray

Die drei Autoren sind zusammengekommen um eine reichlich illustrierte SciFi-Anthologie vorzustellen. Etwa 30 Zuhörer wissen das so früh am Tag schon zu schätzen. Für Umray hatten alle 15 Autoren die selbe Vorgabe: In der Zukunft wird die Erde vom Teufel regiert. Da dieser die Erde aber vernachlässigt,  haben sich viele verschiedene Reiche auf der Erde gebildet. Eines Tages stürzt ein Alien-Schiff auf die Erde. Es ist ein Schiff der Umray, der gefürchtetsten Prädatoren der Galaxis. Die drei lesen aus ihren sehr unterschiedlichen Geschichten, die alle auf ihre Art gut sind.

Von links nach rechts: Tom Daut, Judith Vogt und Christian Lange
1300 Pause

Auch um 13 Uhr finden natürlich wieder sieben Programmpunkte gleichzeitig statt. Ich gönne mir aber eine kleine Pause, lasse mir von Tom Daut die Baker-Street-Artefakte signieren und schaue mir die zahlreichen Stände der anwesenden Indie-Verlage an. (Die Liste der Aussteller findet ihr hier.)

Zwischendurch treffe ich Mendea vom Projekt Ghostreader-Blog und ihren Freund und gönne mir mit den beiden erst einmal einen Kaffee. Außerdem fange ich Bernd Perplies auf dem Weg zu seiner Lesung ab und lasse mir Frontiersmen signieren.

1400 Farina de Waard - Zähmung & Zorn

Die Self-Publisherin berichtet vor etwa 15 Zuhörern über ihre Hexalogie. Die gesamte Handlung sei schon durchgeplant, Band drei werde nächstes Jahr und die weiteren Bände dann im 1-1,5 Jahres-Rythmus erscheinen. Die Autorin ist sehr sympathisch und die Bücher gut geschrieben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir die Bücher gefallen würden, werde aber später den ersten Band erwerben. Des Weiteren erwäge ich in eine Midlife Crisis zu verfallen, da mittlerweile viele Autoren, die ich gerne lese, jünger sind als ich, entscheide mich dann aber doch dagegen.

Farina de Waard liest aus Zähmung
1500 Klaus-Jürgen Wrede - Das geheimnis des Genter Altars

Zunächst berichtet der erfolgreiche Spieleautor, wie es eigentlich zu dem Buch kam. Nach einer BBC-Dokumentation habe ihn die Geschichte des Genter Altars so fasziniert, dass er schlossen habe, ein Buch darüber zu schreiben. Bei den Recherchen in Frankreich sei ihm dann die Idee zu seinem Erfolgsspiel Carcassonne gekommen, welche das Schreiben des Buches massiv verzögert habe. Die eigentliche Lesung, der auch nur 15 Zuhörer folgen ist leider schlecht. Wrede liest viel zu leise und man merkt ihm an, dass er keine Übung auf dem Gebiet hat. Am Ende bin ich unsicher, ob das Buch sprachlich schwach ist oder ob dieser Eindruck aus seinem Vortrag resultiert. Das Buch werde ich mir jedenfalls nicht kaufen. Schade, die Geschichte hätte das Potential das nächste Sakrileg zu In werden. In der abschließenden Fragerunde offenbart er, dass er in Zukunft sowohl Spiele machen als auch Bücher schreiben wolle. Dann aber wohl Mystery mit weniger Recherche.

Klaus-Jürgen Wrede liest aus Das Geheimnis des Genter Altars
1600 Pause

Eigentlich stünde jetzt Hohlbein auf dem Programm, doch der hat leider abgesagt. Schade. Da auch Berhard Hennen anwesend ist, hatte ich eigentlich vor mir von beiden meine alten Jahr des Greifen-Romane signieren zu lassen, die Hennen seiner Zeit unter der Schirmherrschaft von Hohlbein geschrieben hat. Nun gut, dann schaue ich halt noch ein bisschen herum und kaufe noch 1-2 Bücher.

1700 T. S. Orgel - Die Blausteinkriege

Da einer der Brüder erkältungsbedingt keine Stimme hat, ist Carsten Steenbergen als Gastleser dabei. Mehr als 30 Zuhörer bekommen viel Geblödel und insgesamt eine sehr unterhaltsame Lesung geboten. Das Buch begeistert mich aber aus verschiedenen Gründen nicht. Statt dessen besorge ich mir noch schnell ein Exemplar der Verbotene Bücher Anthologie und lasse mir diese von den prominent enthaltenen Brüdern signieren. Leider sitze ich sehr ungünstig, deshalb gibt es von dieser Lesung nicht einmal ein schlechtes Foto.

1800 Tom Daut, Oliver Hoffmann - Die Baker-Street-Artefakte

Zum Abschuss habe ich die schwere Wahl zwischen Tom Daut mit Dark Wood und den Baker-Street-Artefakten und entscheide mich für letzteres. Zunächst berichtet Oliver Hoffmann darüber, wie das Buch entstanden ist. (Das hebe ich mir jetzt aber für meine Rezension auf.) Dann lesen beide aus ihren Geschichten und genau wie die restlichen etwas 20 Zuhörer fühle auch ich mich gut unterhalten.

Tom Daut (l.) und Oliver Hoffmann lesen aus den Baker-Street-Artefakten
1900 Preisverleihung

Der  Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises. Vorher gibt es aber noch den BuCon-Preis für das Lebenswerk und den Ehrenpreis für besondere Verdienste um die Phantastik. Ersterer geht an den abwesenden Wolfgang Hohlbein, letzterer an Bernhard Hennen.

Dann ist es so weit und der dpp wird verliehen. Die Gewinner habe ich schon gestern gepostet.

2030 Rückfahrt

Mit den Dunklen Gassen des Himmels im Ohr geht es zurück nachhause.

Fazit

Ein toller Tag und eine rundum gelungene Veranstaltung. Nächstes Jahr komme ich wieder. Auffällig ist allerdings, dass die Quote an Besuchern, die wirklich nur Besucher und nicht auch Autoren oder "Verlagsmenschen" sind, wirklich gering ist. EIn bisschen ist es schon eine Fachmesse...

Gewinnspiel

Zum versprochenen Gewinnspiel geht es hier.

PS: Bitte entschuldigt die schlechte Qualität der Bilder.

Kommentare:

  1. Schöner Bericht! Du warst ja schon fleißig. Meiner kommt nicht vor Donnerstag. Gestern waren wir einfach zu spät zu Hause und ich war so fertig ^^
    Schön dich getroffen zu haben! Spätestens nächstes Jahr wieder :)

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  2. Oh, du warst dort!! :-) Ich hatte es fest vor und hab's dann doch nicht geschafft. Danke für den tollen Bericht. Ja alles konzentriert sich halt dann doch auf die FBM und behauptet, Fantasy interessiere niemanden.
    Lieben Gruß
    loralee

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  3. Hallöchen André,
    ein sehr schöner Bericht :) Ich konnte ja leider nicht hin, deshalb vielen Dank für deine Mühe.
    Liebe Grüße
    Charleen

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  4. Hey =)

    Da ist er ja der Bericht! Wirklich interessant! Ich finde es gar nicht schlecht, dass das ganze nicht so überlaufen ist. Das werde ich mir auf jeden Fall merken. Aber auf die FBM verzichten werde ich trotzdem nicht. Als Ergänzung nicht schlecht =)

    LG
    Anja

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    1. Ich hatte so viel Spass, dass ich im Moment dazu tendiere mir nächstes Jahr beides zu gönnen.

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  5. Hallo!:)
    Ich freue mich, dass es dir dort gefallen hat, ich möchte dort auch unbedingt mal hin ... Naja vielleicht nächstes mal:)
    Liebst
    Lea von Buchjunkie

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  6. Hey :)

    Im Nachhinein habe ich mir gedacht, dass es bestimmt sinnvoller gewesen wäre, den Weg nach Dreieich auf mich zu nehmen ... Dort war es bestimmt deutlich angenehmer als am Samstag auf der Buchmesse. Naja, man kann nicht alles haben, leider. Allerdings hätte ich dann möglicherweise noch mehr Geld ausgegeben, das traue ich mir durchaus zu :D.

    Liebe Grüße
    Ascari

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  7. Hallo :)
    ein toller Bericht. Die BuCon scheint sich wirklich zu lohnen! Mal sehen ob ich nächstes Jahr hinfahre!
    "Die Chronik der Hagzissa" warten noch darauf von mit gelesen zu werden, ebenso "Die Blausteinkriege". Was hat dir denn an den Blausteinkriegen nicht gefallen? Eine Lesung von T.S. Orgel würde ich gerne auch mal besuchen, die scheinen immer sehr sehr lustig zu sein :D

    Liebe Grüße

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    1. Lustig war die lesung mit den Orgels auf jeden Fall. Abgesehen davon, dass ich das Gefühl hatte, dass die Blausteinkriege wohl eine sehr mainstreamige Geschichte präsentieren, gab es Details, die ich einfach unlogisch fand. Z.B. Menschen die entzweigeschnitten werden, weil sie in Spinnenfden laufen.

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  8. Oh, Mensch! Das warst du, der sich das Buch hat signieren lassen? Habe ich das eigentlich richtig wahrgenommen? Im Nachhinein bin ich mir da gar nicht sicher. Also falls nein: Entschuldige! Ich bin auf Messen, umgeben von so vielen Leuten, die ich irgendwie kennen sollte, aber ganz sicher nicht "er"kenne, immer ziemlich verpeilt. (Da bin ich übrigens nicht der einzige Autor. ;) ) Internet und Realität sind halt irgendwie zwei paar Schuhe. Da hilft nur eins: Klar und deutlich sagen, wer man ist. :) Dann macht es auch Klick.

    Danke übrigens, dass ich Dank dir wenigstens ein "Frontiersmen" signieren durfte. Leider gab es ja keine Bücher vor Ort.

    (Menschen, die von Spinnenfäden entzweigeschnitten werden. Hehehe. Da hat jemand zu viel "The Cube" gesehen. Sowas macht man normalerweise mit Monofilament-Drähten. ;) )

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