Donnerstag, 29. Oktober 2015

[REZENSION] Der Adolf in mir von Serdar Somuncu




Titel: Der Adolf in mir - Die Geschichte einer verbotenen Idee
Autor: Serdar Somuncu
Verlag: WortArt
Format: Taschenbuch 
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Biographie/Essay
Seitenzahl: 160
Preis: 12,95 €
ISBN: 978-3-942454-17-9




Serdar Somuncu wurde damit bekannt, dass er auf der Bühne aus Mein Kampf gelesen hat. Mittlerweile kennt man ihn als den Hassprediger oder auch den Hassias.

Worum geht es in dem Buch?

Das Buch ist eine etwas merkwürdige Mischung aus Autobiographie und Stellungnahme zu verschiedenen Themen. Nach einer Einleitung beginnt das Buch mit Somuncus Biographie. Innerhalb dieser widmet Somuncu jedem seiner Programme etwa zehn Seiten. Dabei betont er vorallem, was er mit den Programmen aussagen bzw. erreichen wollte. Die letzten 30 Seiten sind dann eher essayistisch. Hier setzt er sich mit der aktuellen politischen Situation in Deutschland auseinander.

Dabei geht es die ganze Zeit um verschiedene faschistoide Systeme: Angefangen mit den Nazis des dritten Reichs, über Zensur im deutschen Fernsehn und die Bildzeitung bis hin zu deutschem Gangsterrap.

Meine Meinung

Alles in allem, fand ich das Buch durchaus interessant zu lesen. Wer Zweifel hatte, dass das was Somuncu auf der Bühne macht ernsthafte Kunst ist, wird vermutlich eines besseren belehrt. Das Thema Adolf Hitler und Somuncus Lesereise zu Mein Kampf, kommen allerdings kürzer als der Titel vermuten lässt. Vieles - zum Beispiel die Abschnitte über Zensur im deutschen Fernsehen - fand ich höchst spannend zu lesen.

Man sollte allerdings bedenken, dass dieses Buch vom Künstler Somuncu und nicht von einer seiner Bühnenfiguren geschrieben wurde. Wüste Beschimpfungen findet man in diesem Buch dementsprechend nicht. Einzig, wenn er sich mit dem Rapper Bushido beschäftigt, ist er kurz davor in seine Bühnenpersönlichkeit abzudriften.

Fazit:

Nicht nur für Somuncu-Fans eine interessante Lektüre.

Wertung: 4/5 Sternen

Kommentare:

  1. Moin André,

    das klingt interessant. Vor allem, da Somuncu nun ja auch Einblick in die Fernsehlandschaft hat. ich habe ihn neulich (vor 3 Wochen?) sogar mal in einem Tatort entdeckt, wobei er dort einen Anwalt spielte.
    Ich schätze ihn als intelligenten mann ein, auch aufgrund seiner Bühnenauftritte, der sich traut, mal aus seiner Sicht und somit der Sicht eines ursprünglich Nicht-Deutschen zu erzählen, wie für ihn das Thema Faschismus aufgefasst wird.

    Ist es hier auch so, dass der Eindruck übermittelt wird, dass wir Deutschen uns viel zu sehr darum fürchten, als Nazis abgestempelt zu werden (s. Flüchtlingsdebatte), oder ist es eher tatsächlich "nur" der Einblick in die von ihm ausgewählten Bereiche?

    LG und einen schönen Start ins Wochenende
    Alex

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    1. Um die Angst der Deutschen für Nazis gehalten zu werden geht es eigentlich nicht, aber es geht zum Teil darum, wie nah mache Gruppierungen schon wieder am Gedankengut von damals sind.

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  2. Der Mensch steht noch auf meiner Wunschliste :-) Klingt wie eine gute Ergänzung zu seinen Programmen!

    Btw. Schickes Layout des Textes - kurze Abschnitte und das Grün wirkt nicht knallig, sondern fügt sich gut ein :P

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