Mittwoch, 14. Oktober 2015

[REZENSION] Rattenzauber von Kai Meyer



Titel: Der Rattenzauber
Autor: Kai Meyer
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
weitere Ausgabe: eBook, Hardcover
Erscheinungsjahr: 1995
Genre: Historischer Roman
Seitenzahl: 366
Preis: z.Z. vergriffen (eBook noch erhältlich)
ISBN: 978-3-404-152650




Mein erster Kai Meyer! Bislang ist Kai Meyer immer an mir vorbei gegangen. Viele seiner Bücher klingen sehr interessant und ich war schon mehrfach kurz davor eins zu kaufen, habe mich dann aber bislang immer für ein anderes entschieden. Dieses Buch hat mich jetzt - gerade einmal 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung - als Wanderbuch erreicht.

Worum geht es?

Die Geschichte vom Rattenfänger von Hameln kennt wahrscheinlich jeder. Was nicht jeder weiß ist, dass die Geschichte einen wahren Kern hat. 1248 verschwanden tatsächlich Kinder aus Hameln. Was mit ihnen geschah ist unklar. In Der Rattenzauber greift Meyer diese alte Geschichte auf und bietet eine mögliche Erklärung an.

Protagonist und Ich-Erzähler ist der junge Ritter Robert von Thalstein, der nach Hameln entsandt wird, um zu klären, was mit den Kindern passiert ist. In Hameln angekommen holt ihn schnell seine eigene Geschichte ein...

Was war gut? Was eher nicht?

Die Grundidee hat mich sehr angesprochen und und auch die abschließende Auflösung, die ich hier natürlich nicht verraten werde, hat mir gut gefallen. Auch dazwischen gibt es viel Interessantes. So geht es unter anderem um religiösen Wahn und Ketzer. Mit Dante Alighieri tritt eine spannende Figur der realen Welt als Nebencharakter auf. Allerdings spielt er eine wesentlich kleinere Rolle, als man nach Lektüre des Klappentextes denken könnte.

Trotzdem hat mich der Hauptteil des Buches nicht wirklich überzeugt. Es gibt direkt am Anfang ein kleines aber wesentliches, technisches Detail, das ich so nicht für historisch halte. Mich stört so etwas massiv, aber die meisten Leser wird es wohl nicht weiter stören. Das Hauptproblem sind aber die vielen "übernatürlichen" Elemente. In einem historischen Roman empfinde ich diese immer als sehr problematisch. Entweder, klären sich diese Begebenheiten letztendlich als Träume oder Wahnvorstellungen auf oder es ist nicht wirklich ein historischer Roman. Wenn es sich aufklärt, ist das Buch sehr vorhersehbar, wenn phantastische Elemente vorkommen, ist es kein - oder ein schlechter - historischer Roman.

Fazit:

Dem Roman liegt eine gute Idee zugrunde, aber die Umsetzung überzeugt mich nur bedingt.

Wertung: 3,5/5 Sternen

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