Montag, 23. November 2015

[KURZREZENSION] Ein halbes paar Socken, bitte


"Ein halbes Paar Socken bitte - Aus der Schatzkiste des Humors geplaudert" ist eine Sammlung von 26 kurzen Geschichten, die unter dem Pseudonym Aurelio Anderson veröffentlicht wurden. Der fiktive Aurelio dient gleichzeitig als Ich-Erzähler in fast allen Geschichten.
Die Geschichten decken eine Vielzahl von Themen ab: Schnecken im Garten, skurrile Erfindungen, Urlaubsfahrten in überladenen PKWs, etc. Hier zeigt sich auch schon das erste Problem: Die Themen sind allesamt nicht neu. In einer der Geschichten gibt es dann allerdings doch eine neue Idee, die ich hier aber nicht vorweg nehmen will. Das Hauptproblem sind aber nicht die bekannten Themen, sondern das der Autor überhaupt kein Gefühl dafür hat, wie man eine Geschichte erzählt. In den meisten Geschichten reiht sich ein skurriler Satz an den nächsten, ohne dass es auch nur ansatzweise so etwas wie einen Spannungsbogen gibt. Auch von Pointen scheint der Autor wenig zu halten. Lediglich in drei Geschichten konnte ich so etwas wie eine abschließende Pointe entdecken. Leider ging es in allen Fällen danach noch mindestens eine halbe Seite lang weiter. Auch stilistisch hat mich das Buch nicht überzeugt, da die Formulierungen häufig sehr gestelzt sind und der Stil dadurch nicht zu den Geschichte passt. Den absoluten Tiefpunkt erreicht das Buch dann kurz vor Schluss, wenn der Autor sich dazu hinreißen lässt, sich innerhalb einer Geschichte selbst zu beweihräuchern:

"Ich versichere Ihnen, wer Aurelio Andersons Bücher liest, lacht aus purer Lebensfreude." (S. 165)

Eigenlob stinkt und mir stinkt, dass mir 187 Seiten Text gerade einmal drei kleine Schmunzler entlocken konnten. Dieses Buch kann ich nicht guten Gewissens empfehlen. Finger weg!

(Den zweiten Stern gibt es einzig und allein für die Geschichte "Werdegang einer Kaulquappe", deren Grundidee - s.o. - mir wirklich gefallen hat.)

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