Donnerstag, 12. November 2015

[REZENSION] Die Endwin Chroniken II - Schwarze Flut




Titel: Die Endwin Chroniken - Schwarze Flut
Reihe: Endwin Chroniken 2 (von 4 angekündigten)
Autor: Robert Schwarz
Verlag: Spielberg
Format: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2015
Seitenzahl: 204
Preis: € 9,95
ISBN: 978-3-95452-685-7




Schwarze Flut ist der zweite von geplanten 4 Bänden der Endwin Chroniken, einer Fantasy-Reihe  "für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, sowie für alle, die gerne in fantastische Welten eintauchen wollen" (S. 2).


Der Inhalt:

Das Buch beginnt mitten in einer Schlacht zwischen königstreuen und abtrünnigen Zwergen. Zeitgleich sucht die 13-jährige Protagonistin gemeinsam mit einem sprechenden Raben nach einem Drachenhort. Beide Handlungsstränge haben mit einem drohenden Übel zu tun.

Meine Meinung:

Das Buch ist eigentlich kein eigenständiges Buch. Genau wie es bei Übersetzungen von amerikanischen Büchern gerne gemacht wird, hat sich der Verlag auch hier entschieden aus einem Buch zwei zu machen. Das erste endet als positiv gesagt mit einem Cliffhanger oder negativer gesagt mitten in der Handlung. Dieser zweite Band setzt also mitten in der laufenden Handlung ohne richtigen Einstieg ein. Ich kann mir zwar die Gründe für diese Entscheidung des Verlags vorstellen, kann sie aber trotzdem nicht nachvollziehen. Das Buch enthält einfach zu wenig Handlung für ein vollwertiges Buch. Vielmehr hat man den Eindruck ein halben Buch vor sich zu haben.

Die Handlung an sich ist für ein Kinder-/Jugendbuch durchaus spannend. Es gibt Rätsel, Abenteuer, Kämpfe und sogar Verrat. Ein bisschen erweckt es den Eindruck einer Kinderfassung des Herrn der Ringe und das ist durchaus positiv gemeint. Den Anspruch auch für Erwachsene interessant zu seiner erfüllt es meines Erachtens aber nicht. Dafür ist vieles zu einfach gehalten. Vor allem den Nebencharakteren fehlt es an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Außerdem bleibt mir bis zum Ende zu offen, worin die drohende Gefahr eigentlich besteht.

Kommen wir zum Schreibstil. Im Großen und Ganzen ist das Buch gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Wenn das Buch nur für Kinder und Jugendliche geschrieben wäre, würde ich dazu auch gar nicht mehr sagen. Aus Sicht des erwachsenen Lesers gibt es aber einige stilistische Patzer. So kommen zum Beispiel Begriffe vor, die nicht in die beschriebene Welt passen. Auch gibt es Passagen, in denen der Eindruck entsteht, dass der Autor es nicht geschafft hat, sich in die Gedankenwelt seiner 13-jährigen Protagonistin hineinzudenken.

Das Buch enthält Zeichnungen von Ingo Lohse, der auch das Cover gezeichnet hat. Die Innenillustrationen gefallen mir unterschiedlich gut. Es gib ein wirklich schönes Bild eines Gebäudes. Die Bilder von Personen gefallen mir nicht besonders. Das liegt vor allem daran, dass sie weniger detailliert sind als das Cover Bild. Warum man aber für ein hochformatiges Buch querformatige Bilder verwendet, erschließt sich mir nicht.

Fazit:

Ein durchaus gelungenes Fantasy-Buch für Kinder ab 10 Jahren. Für diese Altersgruppe haben ich eigentlich nur zu bemängeln, dass man nur ein halbes Buch zum vollen preis bekommt. Mit 10-12 Jahren hätte ich das Buch gerne gelesen; schon mit 14 wäre es mir aber wohl zu einfach gewesen. Für Erwachsene ist das Buch meines Erachtens nicht interessant.

Wertung für 10-12 Jährige: 4/5 Sternen
Wertung für Erwachsene:  2,5/5 Sternen

Da das Buch aber als All-Age angepriesen wird, muss ich daraus eine Gesamtwertung machen:

Gesamtwertung: 3/5 Sternen


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