Sonntag, 24. Januar 2016

[BERICHT] Lesung - Markus Heitz in Jülich


Letzten Freitag gab es für mich mal wieder die Möglichkeit einer interessanten Fantasy-Lesung zu lauschen und natürlich habe ich mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, Markus Heitz bei seiner Lesung aus Drachengift in Jülich zu lauschen.

Die Buchhandlung Fischer hatte eingeladen und etwa 30 Buchfreunde waren der Einladung gefolgt. Besagte Buchhandlung liegt im Zentrum der Stadt und ist nach eigenen Angaben seit 1869 Jülichs erste Anlaufstelle für gedruckte Informationen jeder Art. Das glaube ich gerne, da es sich wirklich um eine sehr schöne, große und unabhängige Buchhandlung handelt, wie man sie heute leider nicht mehr in jeder Stadt findet.

Buchhandlung Fischer und Fischer Junior (Copyright: Buchhandlung Fischer)
Pünktlich um 19:30 Uhr begann die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung durch Ellen Peters, die in der Buchhandlung Fischer für Fantasy und Science Fiction zuständig ist. Dann war es auch schon an Markus Heitz für die Unterhaltung der Zuhörer zu sorgen. Schnell war klar, dass sich der Autor in den 12 Jahren, seit ich ihn zuletzt als Vorleser erlebt hatte, von einem guten Vorleser zu einem vollwertigen Entertainer entwickelt hatte.

Zunächst gab Markus Heitz einen Überblick über seine Lebenslauf, bevor er dann erzählte, wie es überhaupt zur Mächte des Feuers-Reihe kam. Am Anfang stand der Satz: "Die katholische Kirche kennt über 60 Drachenheilige." Nachdem er diesen gelesen hatte, zwang ihn seine Neugier zu einer Recherche, an deren Ende dann Band 1 Die Mächte des Feuers stand. Auf diesen folgten dann Drachenkaiser und Drachengift, um das es in dieser Lesung gehen sollte.

Diese Drachengeschichte lies er in den 1920er spielen, da Mittelalter und Drachen eine zu bekannte Kombination seien und der fast gute Film Die Herrschaft des Feuers die Neuzeit für Drachengeschichten ruiniert habe. Seine 1920er unterschieden sich aber in zwei Punkten (abgesehen von den Drachen) von den realen. Die russische Revolution habe es nie gegeben, weil dies die politischen Verhältnisse zu sehr verkompliziert hätte und die Nazis gäbe es auch nicht, weil ihm die Vorstellung von Nazis auf Drachen nicht gefiele. Erfrischend offen, aber auch ein bisschen schade: Ich mag Pulp und Nazis auf Drachen - oder gar untote Nazis auf Drachen - klingen durchaus vielversprechend.

Markus Heitz liest aus Drachengift
Dann begann die eigentliche Lesung. Als erste Szene las Markus Heitz eine Szene, die den Titel des Buches ein wenig beleuchtete. Fans der ersten beiden Bände mag es interessieren, dass hier eine gewisse Leida eine Rolle spielte.

Bevor er zur zweiten Szene kam, gab es noch ein bisschen (unnützes) Wissen zu Thema "Himmelsschreiber", also zu Werbebotschaften, die zwischen den beiden Weltkriegen mit Flugzeugen an den Himmel geschrieben wurden.

In der zweiten Szene ging es dann um eine Archäologin, die die Monstersäule im Freisinger Dom - die es übrigens tatsächlich gibt - untersucht. Genau wie die erste Szene, endete auch diese mit einem fiesen Cliffhanger.

Es folgte eine kurze Pause in der Getränke gereicht wurden.

Nach der Pause gab es dann noch eine dritte Szene, in der abermals eine altbekannte Heldin - diesmal Selena - eine Rolle spielte. Die Szene zeigte, dass auch Amerika in diesen Band ein wichtiger Schauplatz ist.

Zum Abschluss des offiziellen Teils gab es dann noch eine kleine Frage und Antwort-Runde, die Markus Heitz damit eröffnete, dass er kurz auf seine kommenden Bücher einging. Im Sommer sollen zwei Thriller-eBooks erscheinen, bevor es dann im Herbst ein Roman mit einer neuen Fantasywelt geben wird. 2017 wird es dann wieder verstärkt Richtung Horror/Mystery gehen.

Viele der dann folgenden Fragen zielten auf Heitz Arbeitsweise ab. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass Markus Heitz ein sehr strukturiert arbeitender Autor ohne Whiteboard ist, der große Mengen Schwarztee konsumiert, während er immer nur ein Projekt gleichzeitig in Open Office tippt, das mit Rotwein mehr Rechtschreibfehler enthalten würde. Für angehende Autoren war wohl seine Aussage, dass Gelegenheit und Vorbereitung zwar Erfolg ergäben, aber dass auch Glück erforderlich sei, um ein erfolgreicher Autor zu werden, wohl die interessanteste.

Im Anschluss stand Markus Heitz dann noch für sämtliche Singnierwünsche ("E-Reader nur auf der Rückseite!") zur Verfügung und mehr als die Hälfte der Besucher nutzten diese Gelegenheit auch.

Markus Heitz signiert
Aus meiner Sicht eine rundum gelungene und unterhaltsame Veranstaltung.

Wer Lust bekommen hat Markus Heitz live zu erleben, hat dazu am 25.01. in Berlin, am 24.02. in Bern (Schweiz) und am 18. März in Leipzig im Rahmen der Buchmesse Gelegenheit.

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