Donnerstag, 11. Februar 2016

[REZENSION] Tassilo - Der Mumienabrichter



Titel: Der Mumienabrichter
Autor: Simon Weinert
Verlag: Das Beben
Format: Klappbroschur
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 378
Preis: € 14,90
ISBN: 978-3-944855-09-7




Tassilo ist der erste Roman, den Simon Weinert geschrieben hat. Außerdem ist dies das erste Buch, das der Verlag Das Beben als gedrucktes Buch veröffentlicht hat.

Das Setting:

Das Setting ist eindeutig der Star in diesem Buch. Die Geschichte spielt in einer Fantasywelt, die viele verschiedene Aspekte der irdischen Geschichte aufgreift. Das System ist im Grunde eine typische Aristokratie, wobei die Mode an das irdische Barock angelehnt ist. Gleichzeitig gibt es aber auch Sklaverei, Beerdigungsriten, die mich an Ägypten denken lassen und vieles mehr. Dazu kommen dann noch phantastische Elemente, die das ganze auf sehr interessante Weise ergänzen. Zum Beispiel gilt es für die Adeligen als unschicklich die Straße zu berühren. Deshalb bewegen sie sich auf Flugbrettern fort. Diese fliegen aber nicht einfach munter durch die Gegend wie das Hooverboard von Marty McFly aus Zurück in die Zukunft, sondern sie schweben einfach nur und müssen deshalb gestakst werden.
Außerdem gibt es im Hintergrund auch noch die Bedrohung durch die zurückkehrenden bösen Hexenmeister der Vergangenheit.

Die Charaktere:

Hauptfigur ist der titelgebende Tassilo. Dieser ist ein junger Adeliger und eine Last für seine Familie, da er als Kind ein eine ziemliche Heulsuse ist. Als er älter wird, stellt sich allerdings heraus, dass er eine Begabung hat: Besser als jeder andere kann er Mumien abrichten oder besser gesagt programmieren. (Was es mit den Mumien auf sich hat, dürft ihr gerne selbst im Buch entdecken.) Dadurch wird er zwar nicht wirklich mutig, aber extrovertierter.

Tassilo steht so sehr im Mittelpunkt, dass alle anderen Charaktere neben ihm ziemlich zweidimensional bleiben. Einzige Ausnahme ist eine Sklavin, die in der zweiten Hälfte des Buches eine Rolle spielt.

Die Geschichte: 

Der Roman ist ein klassischer Entwicklungsroman oder wie man es heute vielleicht nennen würde eine Coming-of-Age-Story, d.h. es geht einzig und allein um Tassilos Entwicklung vom weinerlichen Kind zu einem Mann. Dabei entwickelt er sich zunächstauf sehr unvorteilhafte Art, so dass für den Leser ständig die Frage im Raum steht, ob er es noch schaffen wird, ein anständiger Mensch zu werden.

Die Sprache:

Kommen wir zu einem Punkt, der einige Leser abschrecken wird und der sicherlich dazu beigetragen hat, dass Simon Weinert sechs Jahre gebraucht hat, um einen Verlag zu finden, der bereit war das Buch ohne wesentliche Veränderungen zu veröffentlichen; die Sprache.
In der Welt des Romans wird ein Gott verehrt, der körperliche Vergnügungen - vor allem Sex und Drogen - als oberstes Gebot hat. Dementsprechend sind die Kultur und auch die Sprache. Letztere ist durchaus vulgär. Worte wie Schwanz, Scheiße oder Furz kommen wirklich sehr häufig vor. Normalerweise mag ich eine solche Sprache in Büchern auch nicht, aber hier trägt sie zu einem runden Gesamtbild bei.

Fazit:
Tassilo ist aus meiner Sicht eine der spannendsten Neuerscheinungen aus 2015. Einerseits ist das Buch ein ganz klassischer Entwicklungsroman, andererseits präsentiert es eine faszinierend andere Phantasiewelt. So muss moderne Fantasy sein.


Wertung: 4,5/5 Sternen

Kommentare:

  1. Was für ein Cover!
    *lach
    Übrigens auch smart, dass es das erste 'geduckte' Buch ist.
    Klingt auf jeden Fall, genauso wie das Cover aussieht und du vom Protagonist erzählst, extrovertiert.
    Danke für diese Rezi!
    Deine Key

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    1. Viel schlimmer als "geduckt" finde ich, dass da wieder ein Abschnitt komplett grün war...

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