Samstag, 21. Mai 2016

[REZENSION] Heute die Welt - morgen das ganze Universum



Titel: Heute die Welt - morgen das ganze Universum
Autoren: Hermann Ritter, Johannes Rüster, Dierk Spreen
Verlag: p.machinery
Format: Paperback
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 216
Preis: € 11,90
ISBN: 978-3-95750498





Das neueste Sachbuch aus dem Verlag p.machinery entstand in Zusammenarbeit mit dem Science Fiction Club Deutschland.


Das Buch: 

Der Untertitel des Buches zeigt gut, worum es geht: "Rechtsextremismus in der deutschen Gegenwarts-Science-Fiction / Science Fiction und rechte Populärkultur". Das Buch enthält drei Texte, der auf dem Cover aufgeführten Autoren. (Der vierte - Michael Haitel - ist der Herausgeber.)

Der erste und längste Text wurde vom Historiker Herrmann Ritter verfasst. Der Text trägt den Titel "Die geheime Weltregierung tagt in Tibet" und befasst sich mit der Historie der Nazi-Esoterik. Dabei geht Ritter auf verschiedene Themen wie zum Beispiel die Hohlwelt-Theorie, Atlantis-Mythen und Flugscheiben ein und zeigt wann und wie diese Mythen entstanden sind.

Der zweite Text - "Ein Volk ein Reich und/oder ein Führer - Von der Faszination nationalsozialistischer Alternativwelten" von Johannes Rüster - beschäftigt sich mit verschiedenen Varianten von Alternativwelten, wie zum Beispiel streng kontrafaktisch oder satirisch, und stellt sie jeweils anhand eines bekannten und eines eher unbekannten Beispiels vor.

Der abschließende Text von Dierk Spreen ist im Wesentlichen von 2009 und beschäftigt mit der damals aktuellen Buchreihe "Stahlfront".

Meine Meinung: 

Der erste Text hat mir inhaltlich sehr gut gefallen. Eigentlich sollte dieser Text eine Pflichtlektüre sein, da er nicht nur hilft Nazimythen als solche zu erkennen, sondern auch hilfreich ist, um Verschwörungstheorien im Allgemeinen zu zu entschlüsseln. Den Stil fand ich allerdings gewöhnungsbedürftig, da sich sehr wissenschaftliche Passagen mit flapsigen Kommentaren abwechseln.

Der zweite Text war auch interessant. Allerdings war vieles - vor allem die Ausführungen über kontrafaktische Romane - auch schon in ähnlicher Form im ersten Text enthalten.

Der dritte Text hat mittlerweile leider an aktuellem Bezug eingebüßt. "Stahlfront" ist mittlerweile indiziert und außerhalb der rechten Szene spricht kaum noch jemand darüber. Trotzdem ist der Text interessant - vor allem, da man viel über Medienethik lernen kann.

Alle drei Texte sind interessant, aber mir fehlt ein wenig der Blick auf den aktuellen deutschen SciFi-Markt.

Fazit:

Das Buch ist sehr lesenswertes Buch über Nazi-Esoterik, Alternativwelten und SciFi. Leider deckt es nicht alle Aspekte abdeckt, die ich mir nach Lektüre des Titels versprochen hatte.

Wertung: 4/5


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