Donnerstag, 1. September 2016

[INTERVIEW] Christian Günther




Heute ist Christian Günther zu Gast, der eine Geschichte und eine Illustration zu Gamer beigesteuert hat. Da wir aber gestern schon einen Autoren zu Gast hatten, wollen wir uns heute auf eine Aufgabe als Illustrator konzentrieren.

Hallo, Christian! Willkommen in der Bibliothek von Imre. Stell dich doch bitte den Nutzern dieser Bibliothek kurz vor!
 
Hallo André, vielen Dank für die Einladung. Ich bin 42 Jahre alt und lebe momentan in einem Dorf in der Nähe von Hamburg. Dort arbeite ich in meinem eigenen Atelier als Webdesigner und Grafiker. Neben der Arbeit schreibe ich gern, spiele Fußball und Handball und bin am liebsten in den umliegenden Wäldern mit meinem Hund unterwegs.

Christian Günthers Illustration zu Katar 2022
Du bist ja Illustrator und Autor. Als was siehst du dich primär? Was macht dir mehr Spaß?

Für mich geht das beides Hand in Hand, deshalb kann ich gar nicht sage, was mir mehr Spaß macht. An manchen Tagen zeichne ich lieber, an anderen will ich schreiben. Für mich ist die Hauptsache, die mir den Spaß bringt, dass ich die Dinge und Welten, die in meinem Kopf entstehen, sichtbar machen will, ob nun in Bildern oder in Worten.

Im Rahmen dieser Themenwoche, wollen wir ja speziell über deine Illustrationen sprechen. Wie ist es bei GAMER gelaufen? Kanntest du die Geschichte vorher?

In diesem Fall durfte ich vorab die Geschichte lesen und habe meine Illustration dann genau darauf abgestimmt, wobei ich noch ein paar eigene Ideen mit eingebracht habe. Einfach nur eine Szene aus der Story als Bild beizusteuern, fand ich zu langweilig. In diesem Fall fand ich das Thema der Geschichte, die Fußball-WM in Katar 2022, sehr interessant und wollte dem noch etwas hinzufügen. Es soll in dem Bild auch ein bisschen was zu entdecken geben.

Ist das der Normalfall oder wie läuft es sonst?
Bei solchen Story-Illustrationen ist es meistens so, dass ich die Geschichte vorher kenne. Bei Buchcovers hingegen lese ich nicht immer das komplette Buch, sondern bekomme einzelne Szenen oder Beschreibungen vom Autor vorgelegt. Manchmal aber führe ich mir auch das komplette Manuskript zu Gemüte und gestalte dann erst etwas Passendes.

Wie du merkst, habe ich vom Illustrieren wirklich keine Ahnung. Wie entstehen deine Illustrationen, sprich mit welchen Mitteln/Techniken arbeitest du?

Die ersten Skizzen und Entwürfe entstehen in der Regel ganz klassische mit Bleistift auf Papier. Das ist der schnellste Weg, einfach mal verschiedene Ideen festzuhalten, Bildausschnitte und Kompositionen auszuprobieren oder auch eine detaillierte Vorzeichnung zu machen. Die wird dann eingescannt und digital nachgearbeitet. Ab diesem Punkt arbeite ich nur noch am Rechner. Mit Photoshop und Illustrator sowie einem Grafiktablett zeichne ich meine Bilder dann zu Ende. Für Texturen oder einzelne Elemente nehme ich gern auch noch Fotomaterial hinzu, wenn es passt. Ich arbeite aber daran, möglichst wenig Fotos einzubauen und alles selbst zu zeichnen. Meine Vorbilder dabei sind vor allem die Concept Designer, die für Filme und Spiele arbeiten und dort Szenen zeichnen, nach denen dann Sets aufgebaut werden. Da gibt es tolle Künstler wie Ryan Church oder Syd Mead, die auch nur noch digital arbeiten.

Wenn man sich deine Homepage ansieht, wird schnell klar, dass dein Interesse insbesondere dem Cyberpunk und der SciFi gilt. Was fasziniert dich daran?

Bereits in jungen Jahren habe ich festgestellt, dass mein Interesse immer an fantastischen Stoffen hängenblieb. Cyberpunk war ein zentrales Element während einer späteren Phasen, in der ich mich auch ausgiebig dem Rollenspielen gewidmet habe – Pen and Paper, ganz klassisch.

Die Themen von SF und Fantasy haben für mich einen gewissen Wohlfühlfaktor, da fühle ich mich einfach zu Hause. Und dazu bin ich furchtbar neugierig darauf, was die Zukunft bringt.

In der Anthologie GAMER geht es ja um Videospiele. Bist du selbst Gamer? Wenn ja, was spielst du gerne?

Ich habe früher sehr viel gespielt, angefangen mit dem von meinem Bruder geerbten Sinclair ZX81, über den C64 bis zur xbox one, die heute leider ein wenig Staub ansetzt im Wohnzimmer, da ich zu selten Zeit finde, sie zu benutzen. So bin ich eher zum Gelegenheitsspieler geworden und spiele eher Titel, die schnell und einfach zugänglich sind. Zuletzt hat mich der neueste Tomb Raider-Teil begeistert, The Witcher 2 und Wolfenstein – The New Order habe ich auch mit Begeisterung gespielt, aber irgendwann aufgegeben. Im Freundeskreis ist Burnout Revenge das beliebteste Spiel, um gemeinsam ein paar Stunden zu rasen.

Über welche zukünftigen Projekte kannst du schon etwas erzählen?


In den letzten Jahren habe ich eine Fantasy-Welt entwickelt, der erste daraus entstehende Roman „Die Aschestadt“ erscheint voraussichtlich noch im Herbst dieses Jahres. Zu dieser Welt habe ich auch schon viele Illustrationen erstellt, inklusive der Buchcover. Zum ersten Mal habe ich mich auch intensiv mit dem Gestalten von Karten und Stadtplänen beschäftigt. Jetzt bin ich gespannt, wie das Gesamtpaket bei den Lesern ankommen wird. Vom Setting her ist es Fantasy, sozusagen „Lovecraft mit Äxten“.

Zu guter Letzt noch meine Standard-Abschlussfrage: Welche Frage, würdest du gerne einmal in einem Interview beantworten?

Mir würde gefallen: Was werden Sie mit den Millionen machen, nachdem sie auch die Filmrechte ihres aktuellen Romans verkaufen konnten? ;)

Vielen Dank!


Das Gewinnspiel

Die heutige Frage lautet: Wie wichtig sind euch Illustrationen in Büchern?

(Die Regeln findet ihr hier.)












1 Kommentar:

  1. Für mich sind Illustrationen in Büchern immer wieder ein Highlight! Bei Anthologien gibt es ja sehr oft zu einzelnen Geschichten entsprechend optische Umsetzungen. Bei normaler Unterhaltungsliteratur eher selten. Umso mehr freue ich mich aber auch, solche Schätze entdecken zu können. Da ich nicht nur ein Bücherwurm, sondern auch ein leidenschaftlicher Hobbykünstler bin, schaue ich bei Illustrationen ganz genau hin. Nicht zuletzt sind sie auch hin und wieder Inspiration. :o)

    Liebe Grüße
    Patricia

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