Montag, 31. Oktober 2016

[INTERVIEW] Ivo Pala über "Schwarzer Horizont"


Heute Morgen habe ich euch im Rahmen der Blogtour zu Schwarzer Horizont ein Interview mit Ivo Pala versprochen. Hier ist es.


Hallo Ivo! Ich freue mich, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Sei doch so nett und stell dich kurz vor!

Sehr gerne, lieber André! Am einfachsten übernehme ich dazu wohl die Kurz-Biographie, wie sie im Netz – unter anderem auf der Website des P.A.N. (Phantastik-Autoren-Netzwerk) – zu finden ist:

Ivo Pala wurde 1966 im Rheingau geboren. Mit dem Schreiben begann er bereits in früher Jugend. Schon gleich nach dem Abitur hat er sich die Ausbildung in der Hotellerie und das Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz mit dem Verfassen von Kurzgeschichten und Artikeln für diverse Zeitschriften finanziert.

Im späteren Verlauf seiner beruflichen Karriere als Vertriebs- und Marketingleiter in der Telekommunikationsbranche kam er in Berlin mit Film- und Fernsehproduzenten in Kontakt, und seine alte Leidenschaft fürs Schreiben wurde wieder geweckt. Er wurde Drehbuchautor und entwickelte und schrieb in Zusammenarbeit mit Produktionsfirmen wie Ufa, Rialto, Action Concept, Odeon Film, Hofmann & Voges und Teamworx, Filme und TV-Serien für die Sender RTL, ZDF, Pro7 und Sat.1 – darunter „Alarm für Cobra 11“, „Der Clown“ und „Der Staatsanwalt“.

Mit dem Science-Fantasy-Thriller „Die Lazarus-Formel“ veröffentlichte er 2011 bei Blanvalet seinen ersten Roman in Deutschland. Es folgten beim selben Verlag die Krimi-Thriller „Ihr unschuldiges Herz“ und „Bluthatz“ (beide unter dem Pseudonym Richard Hagen) und die beiden Umwelt-Katastrophen-Thriller „H2O – Das Sterben beginnt“ und „GIFT – Der Tod kommt lautlos“. „Ihr unschuldiges Herz“ wurde inzwischen unter dem Titel „T4 – Die verlorenen Kinder“ unter seinem echten Namen Ivo Pala neu aufgelegt.

Parallel dazu schrieb er die AllAge-Fantasy-Trilogie „Elbenthal-Saga“, die im Hardcover bei den S. Fischer Verlagen und als Taschenbücher bei dtv Hanser erscheint. Bei Fischer Sauerländer hat er außerdem das Kinderbuch „Der Drache hinter dem Spiegel“ veröffentlicht. Die gerade gestartete „Shared World“-Reihe „Elbenthal-Chroniken“, die er zusammen mit anderen AutorInnen verfasst, läuft im Programm des Dresdner Buchverlags.

Aktuell arbeitet er an einer Dark-Fantasy-Reihe für Erwachsene, mit dem Titel „Dark World Saga“. Der erste Band „Schwarzer Horizont“ erschien im Oktober 2016 bei Droemer Knaur, der zweite Band „Schwarzer Sturm“ folgt schon im nächsten Programm März/April 2017.


Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Wie oben bereits erwähnt, habe ich mit dem Verfassen von Kurzgeschichten und Artikeln Ausbildung und Studium finanziert. Schreiben war schon immer meine Leidenschaft. Aber zu meinem Hauptberuf habe ich sie erst recht spät gemacht.

Mit deinem Schaffen lässt sich größtenteils in zwei Genres einordnen: Thriller und Fantasy. Warum gerade diese Genres?

Ich schreibe, was ich selbst gern lese. Hätte ich mehr Zeit, würde ich auch Historienromane schreiben, Sachbücher und Märchen.

Ein weiterer Grund für das abwechselnde Verfassen von realen Thrillern und Fantasy ist, dass ich mich mit der Fantasy gern von den Schrecken erhole, auf die ich bei der Recherche zu meinen Thrillern stoße.

Das dritte Motiv ist ganz sicher, dass ich mir meine Unabhängigkeit wahren und nicht auf ein Genre festgelegt werden will.

Du schreibst ja nicht nur Romane, sondern auch Drehbücher. Ist das vom Schreiben her ein großer Unterschied?

Nur auf den ersten Blick – da ich die meisten meiner Romane auch eher szenisch entwickle und schreibe. Der Hauptunterschied sind die Innenweltbetrachtungen im Roman und die detailliertere Beschreibung der Action. Das braucht einfach mehr Raum und mehr Zeit.

Was bereitet dir mehr Freude? Drehbücher zu schreiben oder Romane?

Rein handwerklich – im Sinne des eigentlichen Schreibens – mag ich beides gleich gern. Auf den Ebenen Kommunikation und Geschäftliches jedoch sind mir Romane lieber. Hier bin ich der einzige Urheber und nicht (wie beim Drehbuch) nur Verfasser eines Teils des eigentlichen Werks „Film“. Beim Drehbuch wollen einfach zu viele Menschen mitreden. Nicht umsonst nennt man das in den USA „Development Hell“.

Kommen wir zu deinem aktuellen Roman »Schwarzer Horizont«. Wie bist du auf die Idee gekommen über eine Fantasywelt zu schreiben, in der seit kurzem ständige Finsternis herrscht?

Der erste Impuls zu „Schwarzer Horizont“ kam durch die Entwicklung eines Katastrophenfilms fürs Fernsehen. Thema war die Rückkehr der Eiszeit durch eine Serie von Vulkanausbrüchen auf Island. Bei meiner Recherche dazu bin ich auf die sogenannte „Kleine Eiszeit“ gestoßen, die unsere Erde ab ca. 1300 bis ins späte 19. Jahrhundert hinein überzogen hat:

Verminderte Sonneneinstrahlung, lange Winter und sintflutartige Regenfälle in den kurzen Sommern hatten schon ab 1315 eine ganze Serie gewaltiger Hungersnöte zur Folge, bei denen Millionen von Menschen starben. Sie führten zu einem exorbitanten Anstieg von Kriminalität, zu Seuchen und Massensterben, zu Kannibalismus und Kindstötungen. Dieses allgegenwärtige Grauen resultierte in Kriegen um fruchtbaren Boden und Ressourcen, wie zum Beispiel dem Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich und zu einem massiven Anstieg von fast schon verzweifelten Entdeckungsexpeditionen auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen, wie die Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama oder die Amerikas durch Kolumbus – und in der Folge mehr als 300 Jahre anhaltende Kaperkriege auf der ganzen Welt.

Zwei weitere, weitgreifende Resultate des Klimawandels waren aber auch der Abfall vom Glauben an die bestehenden Religionen und durch die Not bestätigte Zweifel an der göttlichen Gnade der herrschenden Dynastien, was unter anderem zum 30-jährigen Krieg, zum Krieg der Rosen und sogar zur französischen Revolution geführt haben soll.

Daher ist „Schwarzer Horizont“ weniger ein Gedankenexperiment im Sinne von „Was wäre wenn?“, sondern vielmehr eine Neuerzählung, wenn man so will ein „in Erinnerung rufen“ historischer, grauenhafter Ereignisse. Und wir erleben diesen Horror, eingebettet in einen fantastischen, abenteuerlichen Rahmen durch die Augen von Raymo, Ash und Lizia – als drei miteinander verwobene Geschichten vom Kampf ums nackte Überleben.

In dem Buch gibt es drei sehr unterschiedliche Hauptfiguren. In welcher steckt am meisten von dir selbst?

In keiner. Meine Figuren sind freie, lebendige Fiktion. Es gibt zwar die landläufige Meinung, in einem Buch stecke immer auch ein Teil Auto(r)biographisches, aber ich halte das für Unsinn.

Kannst du uns schon einen kleinen Ausblick auf die beiden noch kommenden Bände der Trilogie geben?

Es wird noch kälter, noch härter, noch dramatischer, noch spannender. Auch zieht das Tempo in Teil 2, „Schwarzer Sturm“, stark an, und Raymo, Lizia und Ash erleben ausgesprochen große Überraschungen.

Vielen Dank für das Interview!




Kommentare:

  1. Hallo André,
    ein intressantes Interview! "Schwarzer Horizont" habe ich erst gelesen, auf die Bezüge zu unserer Geschichte bin ich aber nicht gekommen!

    LG

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  2. whow, interessantes Interview und ein wirklich spannender Background, das macht unheimlich neugierig auf das neue Buch.... nach "Die Lazarus-Formel", das ich wirklich Klasse fand, möchte ich gern von diesem Autor lesen. Würde gern das Ebook gewinnen...

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