Sonntag, 18. Dezember 2016

[INTERVIEW] Peter Hohmann


Peter Hohmann ist ein deutscher Phantastikautor. Das Interview zu Die Eherne Garde findet ihr hier. Außerdem hatte ich das Vergnügen mit ihm über sein Schaffen im Allgemeinen und das Buch im Besonderen zu sprechen.


Hallo Peter! Ich freue mich, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Sei doch so nett und stell dich kurz vor!

Gerne. Kurz und knapp: Jahrgang ´78, geboren und wohnhaft in Freising bei München. Abitur, Bundeswehr, Studium, Referendariat, nun Lehrer für Englisch und Sport am Josef-Hofmiller-Gymnasium. Verheiratet und eine Tochter.

Ich habe gelesen, dass du nicht nur schreibst, sondern auch in einer Band spielst. Welche Rolle spielen diese beiden Tätigkeiten in deinem Leben?


Diese beiden Tätigkeiten sind mir sehr wichtig, wobei das Schreiben Priorität hat. Bandauftritte haben wir nicht so viele, aber Schlagzeugen an sich macht mir einfach irre Spaß, auch das Üben für mich allein. Ist so ein bisschen wie Meditation. Man vergisst alles andere. Ein sehr schönes Gefühl. Beim Schreiben ist das ähnlich: Man taucht ein in seine eigene Welt. Ich brauche diese Solo-Beschäftigungen, weil mein Brotjob viel Kommunikation beinhaltet und sehr hektisch sein kann. Da habe ich gern mal meine Ruhe.

Beeinflusst die Musik dein Schreiben?

Wenn überhaupt, dann geringfügig. Mir ist lediglich aufgefallen, dass meine Protagonisten in meinen Urban-Fantasy-Settings eine Vorliebe für Heavy Metal haben …

Hörst du beim Schreiben Musik? Wenn ja, was?

Mal so, mal so. Wenn, dann ausnahmsweise kein Rock oder Metal, sondern fast ausschließlich Soundtracks, also eher was Ruhiges und Getragenes.

Seit deinem ersten Kurzroman 2009 warst du ja sehr produktiv. Wie schaffst du das?

Ich glaube, man braucht eine Mischung aus Spaß und Disziplin. Das eine geht ohne das andere nicht. Zusammenfassend lässt sich meiner Meinung nach alles im Leben auf folgenden Aspekt runterkochen: Will ich – oder will ich nicht?

Mit deinen Romanen und Geschichten deckst du ja quasi das gesamte Feld der Phantastik ab. Welches (Sub-)Genre liest du selbst am liebsten?

Schwierig, schwierig. Also, ich denke mal, jedes Genre kann packend sein, wenn der Autor es versteht, eine spannende, gut durchdachte Geschichte zu erzählen. Letztes Jahr hatte ich lesetechnisch zum Beispiel eine Krimi-Phase, dieses Jahr waren es ein paar Horror-Bücher (also, das Genre, nicht die Qualität, die waren nämlich alle gut). Steampunk finde ich ebenfalls interessant, aber auch gerne die klassische High-Fantasy-Kost. Kommt einfach drauf an, auf was ich so Lust und Laune habe.

Was denkst du: Welche Autoren haben dich am meisten beeinflusst?


Auf jeden Fall David Gemmell, der leider 2006 verstorben ist. Dessen Bücher habe ich verschlungen. Der beherrschte das Erschaffen von glaubwürdigen Charakteren meiner Meinung nach wie kein zweiter. Klare Sprache, kein großes Herumschwadronieren und tolle Ideen. Einfach ein genialer Autor. Aber R.A. Salvatore, Raymond E. Feist, Margaret Weis und Tracy Hickman gehören zu meinen Favoriten.

Anlass für dieses Interview war ja, dass ich »Die Eherne Garde – Die schwarze Klaue« gelesen habe. Ich will jetzt gar nicht groß auf den Inhalt eingehen, denn es gibt ja auch noch die Rezension, aber sag doch mal: Wie ist die Idee zu diesem Buch entstanden?
Ich hatte diese Idee mit einer Verschmelzung von Mensch und Dämon. Brandneu ist das nicht, das gebe ich zu. Mein Ziel war allerdings, eine vielleicht in dieser Form neue Hintergrundgeschichte zu erschaffen, welche die Zusammenhänge erklärt und vielleicht das ein oder andere „Aha-Erlebnis“ hervorruft. Es gibt in dem Roman zwei Zweitebenen, die im letzten Band zusammenlaufen. Das fand ich herausfordernd, da ich mich an so etwas Komplexes davor noch nicht gewagt habe. Außerdem wollte ich es in Sachen Brutalität einfach mal richtig krachen lassen. *grins*

In dem Buch kommen auch Elfen und Zwerge vor. Beide Spezies sind aber sehr »menschlich« - eher andere Kulturen als andere »Rassen«. Manchem Leser gefällt das bestimmt gut, während andere sich mehr Klischees wünschen werden. Warum sind deine Elfen und Zwerge so wie sie sind?

Schön, dass du das so siehst. Ich befürchte nämlich insgeheim immer, dass ich den Klischee-Bogen manchmal überspanne. Ich wollte Elfen und Zwergen jedenfalls als Rassen/Kulturen darstellen, die zwar verschiedenartig sind, aber nicht so grausam festgefahren in ihren Ansichten, dass es schon an Blödheit grenzt.

Der Roman ist ja recht düster und wenn ich mir die Cover deiner anderen Bücher ansehe, scheint das eine Gemeinsamkeit vieler deiner Werke zu sein. Warum?


Ich fand Geschichten mit einem fiesen, bösen Finale schon immer besser als Happy End. Obwohl ich sagen muss, es gibt auch sehr gute Happy Ends, aber die sind nur dann gut, sofern für dieses schlussendliche Glück Opfer gebracht wurden. Früher, als ich ausschließlich Kurzgeschichten schrieb, hatten, glaube ich, so gut wie 90% davon einen fiesen Schluss, keinen fröhlichen. Bei meinen Romanen ist das nicht ganz so krass. Aber reine Happy Ends hat es bei mir nie gegeben und wird es auch nie geben. Romancharaktere müssen leiden.

Deiner Homepage habe ich entnommen, dass wir uns in naher Zukunft auf einige neue Bücher von dir freuen dürfen. Erzähl doch mal!

Also, im Grunde sind 2017 drei Veröffentlichungen fix: Ende Februar kommt Band III von „Die Eherne Garde“. Im Mai oder Juni kommt mein Stand-Alone „Die Augen der Hexe“ auf den Markt. Danach möchte ich etwas Neues versuchen, nämlich Self-Publishing. Bislang hatte ich immer Verlage für meine Bücher, und das bleibt in Zukunft hoffentlich auch so, doch einen Self-Publishing-Versuch möchte ich auf jeden Fall mal wagen. Entschieden habe ich mich für meinen knapp 1000 Seiten langen Roman „Ishkor“. Ich bin mit der Politur gerade bei der Hälfte. Danach geht der Wonneproppen an Testleser raus, dann Korrektorat und Lektorat, das ganz normale Prozedere wie bei einem Verlag auch. Ich möchte ja qualitativ nicht abfallen. Eher im Gegenteil: Einer meiner Freunde ist ein wirklich begnadeter Zeichner, und ich denke, er wird einige Illustrationen für den Roman anfertigen. Das alles wird dann als E-Book zu einem sehr fairen Preis angeboten. Bin einfach mal gespannt, ob so etwas funktioniert oder nicht.

Bevor wir zum Ende kommen noch eine letzte Frage, um es dem nächsten, der dich interviewen darf, leichter zu machen: Welche Fragen würdest du gerne mal in einem Interview gestellt bekommen?


Erst einmal vielen Dank für das Interview und Grüße an alle, die es lesen.

Und jetzt die Frage, auf die ich im nächsten Interview warte:

Lieber Peter, dürfen wir einen deutschlandweiten Spendenaufruf für dich starten?

Vielen Dank für das Interview und dann drücke ich dir die Daumen, dass dich das bald jemand fragt. ;-)

1 Kommentar:

  1. Ich lasse dir liebe Weihnachtsgrüße da und wünsche dir tolle Feiertage mit lieben Menschen ohne Stress und vielen Geschenken! Komm gut ins Neue Jahr mit viel Glück, Gesundheit und Lesezeit für 2017!

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