Montag, 24. April 2017

[REZENSION] 12 Monate Angst




Titel: 12 Monate Angst
Herausgeber: Vanessa Kaiser & Thomas Lohwasser
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: Taschenbuch
weitere Ausgaben: -
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Anthologie
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-940036-42-1




12 Monate Angst ist eine Kurzgeschichtenanthologie, die dreizehn Geschichten enthält, die sich alle in irgendeiner Form mit dem Thema Angst beschäftigen.

Inhaltsverzeichnis

Tobias Bachmann - Januarödnis
Matthias Töpfer - Waffenbrüder
Jan-Christoph Prüfer - Der Mann im Moor
Gebrüder Thot - Vom braven Wenzel und der Hexe
Vanessa Kaiser & Thomas Lohwasser - Die Ritter der Tafelrunde
Vanessa Kaiser & Thomas Lohwasser - Eine rationale Entscheidung
Thomas Karg - Cthulhus Erwachen
Oliver Plaschka - Die Grenze
Dieter Winkler - Blutrausch
Jan-Christoph Prüfer - So ist das Leben
Jörg Kleudgen - November
Markus K. Korb - Blutiger Schnee
Markus Heitz - Neulicht

Die Geschichten

Zwölf Monate hat das Jahr und jeder beinhaltet seine eigenen Schrecken. Warum dann aber dreizehn Geschichten? Weil Markus Heitz für seine düster-märchenhafte Geschichte einen weiteren Monat erfunden hat.

Es gibt also eine Geschichte zu jedem Monat. Mal spielt dieser eine größere Rolle, weil zum Beispiel die Folgen einer Silvesternacht beschrieben werden, mal eine kleinere, weil die Geschichte beispielsweise schlicht im Sommer spielt.

Wie der Titel schon sagt, spielt die Angst in allen Geschichten eine zentrale Rolle. Dabei sind die angstauslösenden Schrecken mal subtiler und mal handfester. Teilweise geht es aber auch durchaus blutig zur Sache.

Meine Meinung

Von den dreizehn Geschichten haben mir zwölf gut oder gar sehr gut gefallen. Eine hat mir überhaupt nicht gefallen und ich muss gestehen, dass ich diese auch nur halb gelesen habe. Trotzdem möchte ich nicht sagen, dass diese Geschichte schlecht war; vielleicht hat sie auch schlicht meinen Geschmack nicht getroffen.

Um ein wenig eure Neugier zu wecken, möchte ich auf zwei meiner Highlights ein wenig näher eingehen. Aber keine Sorge, ich werde maximal die Anfänge der Geschichten spoilern.

Meine Liebinggeschichte ist direkt die erste: Januarödnis von Tobias Bachmann. Einmal mehr hat mich der Schreibstil von Tobias Bachmann, von dem ich noch viel zu wenig gelesen habe, sehr begeistert. Die Geschichte schildert die Erlebnisse eines Mannes, der nach einer durchzechten Sylvesternacht neben einer Fremden aufwacht. An die Nacht hat er keine Erinnerungen. Als er die Fremde wecken will, macht er eine erschreckende Entdeckung, die eine noch erschreckendere Folge von Ereignissen in Gang setzt. Insbesondere die "Pointe" der Erzählung empfinde ich als mehr als gelungen.

Eine andere Geschichte, die mir in besonderer Erinnerung geblieben ist, ist Cthulhus Erwachen von Thomas Karg. Die Geschichte beginnt für eine Cthulhu Mythos-Erzählung recht untypisch: Ein junger Nerd verkündet seinem Bruder, dass Cthulhu in der folgenden Nacht in seinem Zimmer erscheinen wird. Von diesem Punkt entwickelt sich die Geschichte in eine durchaus vorhersehbare Richtung; bis zu dem Punkt, an dem ich sie schon als zu platt abschreiben wollte. Doch genau an dem Punkt bringt Thomas Karg noch eine weitere Wendung, die die Geschichte zu einem sehr passenden Ende führt.

Die Illustrationen

Zu jeder Geschichte gibt es eine Titelillustration von Jörg Kleudgen; ein nettes Detail, das das Buch weiter aufwertet.

Fazit

12 Monate Angst ist eine sehr abwechslungsreiche Anthologie auf durchgehend hohem Niveau. Ausfälle gibt es keine; auch wenn eine Geschichte überhaupt nicht meinen Geschmack trifft. Pflichtlektüre für alle Horror-Fans mit Ausnahme von Freunden des Splatter-Ekel-Genres, das sich in dieser Anthologie nicht wiederfindet.

Wertung: 4.5/5 Sternen

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